Taipei – 1. Oktober 2024. Die diplomatischen Beziehungen Taiwans zu Guatemala sind nach wie vor stark, aber der wirtschaftliche Einfluss Chinas stellt eine zunehmende Bedrohung dar. Das geht aus jüngsten Berichten des internationalen Forschungsinstituts Geopolitical Intelligence Services (GIS) und der spanischen Zeitung Diario Las Americas hervor. Experten gehen davon aus, dass China seinen mächtigen wirtschaftlichen Status nutzen könnte, um die Beziehungen zwischen Taiwan und Guatemala herauszufordern, obwohl Guatemala öffentlich seine Beziehungen zu Taiwan bekräftigt.
Die Regierung des Präsidenten von Guatemala Bernardo Arevalo stehe vor großen Herausforderungen. Da die Opposition das Parlament kontrolliere, seien die Regierungsgeschäfte und Haushaltsvorschläge häufig behindert worden. Analysten warnen, dass China mit finanzieller Hilfe einspringen könnte, wenn Arevalo zusätzliche Mittel benötige, um diese Hürden zu überwinden. Das könnte die diplomatischen Beziehungen zwischen Taiwan und Guatemala stark beeinträchtigen. Chinas zunehmendes Engagement in den Ländern des „Nördlichen Dreiecks“ in Mittelamerika, nämlich Guatemala, El Salvador und Honduras, hat Besorgnis ausgelöst. Pekings Strategie, Entwicklungshilfe zu leisten, hat bereits dazu geführt, dass Honduras und El Salvador diplomatische Beziehungen zu China aufgenommen haben.
In einem Artikel von Diaros Las Americas wird darauf hingewiesen, dass Chinas Investitionen in Zentralamerika oft zu kurzfristigen Transaktionen führen, die bestimmten politischen Parteien zugute kommen und gleichzeitig eine Illusion von wirtschaftlichem Wohlstand schaffen. Als Beispiel wird Costa Rica genannt, wo ein Freihandelsabkommen mit China zu einem wachsenden Handelsdefizit und einer Verschlechterung der Wirtschaftsindikatoren geführt hat. Der Artikel warnt andere Länder davor, in ihren Beziehungen zu China eine kurzsichtige Politik zu verfolgen, ohne ihre langfristigen Interessen zu berücksichtigen, da die Beziehungen letztlich kontraproduktiv sein werden.