Taipei, 02. Oktober - Das taiwanische Zentrum für Krankheitskontrolle warnt vor einer möglichen Welle von Melioidose-Fällen, einer Infektionskrankheit, die auch bekannt ist als Pseudo-Rotz oder Whitmore’s Disease. Der Sprecher des Zentrums, Lo Yi-chun (羅一鈞), betonte heute die Notwendigkeit, nach dem Taifun besonders vorsichtig zu sein, insbesondere in den potenziell überschwemmten südlichen und zentralen Landkreisen. Er rät den Bürgern, bei der Reinigung ihrer Häuser wasserdichte Handschuhe und Schutzschuhe zu tragen. Besonders Menschen mit chronischen Krankheiten wie Diabetes sollten zu Hause bleiben, Fenster und Türen geschlossen halten und Schutzmasken tragen, um eine Inhalation des Erregers zu vermeiden.
Der Taifun "Gaemi", der Ende Juli Taiwan heimsuchte, hatte bereits eine ähnliche Epidemie ausgelöst, mit 80 registrierten Fällen von Melioidose, von denen 13 tödlich endeten. Die Inkubationszeit für Melioidose beträgt normalerweise zwei bis vier Wochen.
Das Zentrum für Krankheitskontrolle erinnert daran, dass Melioidose durch das Bakterium Burkholderia pseudomallei verursacht wird, das in Erde und stehenden Gewässern vorkommt. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch Kontakt von Hautwunden mit kontaminiertem Boden oder Wasser. Starke Regenfälle und Stürme können die Bakterien an die Oberfläche spülen und die Ausbreitung erleichtern. Die Symptome der Krankheit variieren stark und können von Fieber und Kopfschmerzen bis zu schweren Zuständen wie Atembeschwerden, Lungenentzündungen und Infektionen einzelner Organe reichen.