Die südafrikanische Regierung hat Taiwan dazu aufgefordert, die taiwanische Auslandsvertretung aus der Hauptstadt Pretoria umzuverlegen. Die Forderung wurde Berichten zufolge am 7. Oktober gemacht. Südafrika beruft sich dabei auf die UN-Resolution 2758 und das „Ein-China-Prinzip“. Südafrikas Regierung sagt, in der Sache bestehe kein Verhandlungsspielraum.
Mehrere taiwanische Abgeordnete sagen, Südafrikas Forderung resultiere aus diplomatischem Druck aus China. Südafrikas wirtschaftliche Abhängigkeit von China habe zugenommen. China habe südafrikanischen staatseigenen Unternehmen seit 2015 Kredite in Höhe von über 10 Milliarden USD gewährt.
Rosalia Wu (吳思瑤) von der DPP kritisierte, dass China Taiwan weiterhin unter Druck setze, da es durch Taiwans wachsende internationale Anerkennung bedroht sei. Die DPP forderte eine sofortige diplomatische Reaktion auf die Forderung Südafrikas.
Außenminister Lin Chia-lung (林佳龍) hat das Außenministerium gebeten, geeignete Maßnahmen zu prüfen, einschließlich der Aufforderung, das südafrikanische Büro in Taipeh zu verlegen. Taiwan könnte eine strengere Prüfung von Visumanträgen für südafrikanische Bürger einführen.
Es könnte auch den Bildungsaustausch mit Südafrika einstellen. Derzeit sind etwa 5.000 südafrikanische Englischlehrer in Taiwan. Die Regierung könnte zukünftig vorrangig Lehrer aus Eswatini anstellen.
Die KMT-Abgeordnete Chen Yu-jen (陳玉珍) machte die verschlechterten Beziehungen zwischen Taiwan und China für die diplomatischen Schwierigkeiten verantwortlich und forderte die Regierung auf, ihre China-Politik zu überdenken, um die diplomatischen Beziehungen zu verbessern.