Taipei, 23. Oktober - Heute haben sich Vertreter von zwölf taiwanischen Ministerien, darunter das Verteidigungs-, Verkehrs-, Innen-, Landwirtschafts- und Wirtschaftsministerium, um Strategien zur Sicherung der Versorgung mit lebenswichtigen Gütern wie Energie, Lebensmitteln und Medizin zu besprechen, falls es zu einer möglichen Blockade seitens China kommen sollte.
Anlass des Treffens sind die kürzlich durchgeführten Militärübungen Chinas rund um Taiwan, die sich in der sogenannten "Grauzonen-Taktik" bewegen, und die Durchquerung einer chinesische Flotte unter Führung des Flugzeugträgers Liaoning, die am Dienstagabend die Taiwanstraße richtung Norden passierte, wie Taiwans Verteidigungsministerium heute Morgen bekannt gab. Verteidigungsminister Wellington Koo (顧立雄) betonte, dass solche Grauzonen-Taktiken die internationale Wahrnehmung von Taiwans Souveränität verwirren sollen.
Koo sagte auch, sollte tatsächlich eine See- und Luftblockade gegen Taiwan durchgeführt werden, würde das taiwanische Militär dies nach internationalem Recht als kriegerischen Akt betrachten und den Beginn einer Notstandsphase einleiten, weshalb es notwendig sei, die Verteidigungsresistenz der gesamten Gesellschaft zu stärken. Angesichts der Tatsache, dass der Handel durch die Taiwanstraße etwa ein Fünftel des globalen Handelsvolumens ausmacht, sei es unwahrscheinlich, so Koo, dass die internationale Gemeinschaft untätig bleiben würde. Taiwan setzt auf die Unterstützung seiner internationalen Partner, um die Stabilität in der Region zu gewährleisten.