Das Bezirksgericht von Taipeh hat entschieden, die Untersuchungshaft des Vorsitzenden der Volkspartei Taiwans (TPP), Ko Wen-je (柯文哲), zu verlängern, da er verdächtigt wird, während seiner Amtszeit als Bürgermeister von Taipeh Bestechungsgelder von Immobilienentwicklern angenommen zu haben.
Das Gericht teilte mit, dass die Entscheidung, die Untersuchungshaftzeit von Ko zu verlängern, aufgrund von Befürchtungen über mögliche geheime Absprachen bei der Fälschung von Zeugenaussagen getroffen seien wurde, die die Ermittlungsbemühungen der Staatsanwaltschaft in dem Fall untergraben würden.
Der Erfolg der Staatsanwaltschaft bei der Verlängerung der Haftzeit von Ko kam nicht überraschend, da das Bezirksgericht Taipeh Anfang der Woche den Anträgen der Staatsanwaltschaft auf Verlängerung der Haftzeit anderer Hauptverdächtiger in dem Fall stattgegeben hatte. Dazu gehören Sheen Ching-jing (沈慶京), Vorsitzender der Core Pacific Group, die für das umstrittene Core Pacific City-Sanierungsprojekt verantwortlich ist, und die Stadträtin von Taipeh Ying Hsiao-wei (應曉薇).
Die Staatsanwaltschaft wirft Sheen vor, Bestechungsgelder in Höhe von 47,40 Mio. NT$ (1,48 Mio. US$) gezahlt zu haben, um Beamte der Stadtverwaltung dazu zu bewegen, die Geschossflächenzahl - die Menge an Geschossfläche, die ein Bauträger auf einem bestimmten Grundstück errichten kann - für ein Projekt, an dem Sheen beteiligt war, zu erhöhen.
Die TPP, die drittgrößte Partei im Parlament, behauptet, die Ko werde politisch motiviert von der regierenden Demokratischen Fortschrittspartei verfolgt. Ko, der für die TPP kandidierte, wurde bei den Präsidentschaftswahlen in Taiwan im Januar 2024 mit 26,46 Prozent der Stimmen Dritter.