Taipei – 5. November 2024. Kanada hat im Zuge der Vertiefung der bilateralen Sicherheitskooperation mit Taiwan einen Cyber-Attaché in seine diplomatische Vertretung in Taiwan entsandt.
Die beiden Länder arbeiten zusammen, um der gemeinsamen Bedrohung durch chinesisches Hacking und Desinformation zu begegnen, berichtet The Globe and Mail.
Der Cyber-Attaché werde mit taiwanischen Regierungsstellen in den Bereichen Cybersicherheit und ausländische Informationsmanipulation und -interferenz (FIMI) zusammenarbeiten. Im Januar wurden kanadische Beamte nach Taipeh entsandt, um sich über Desinformation während der Präsidentschaftswahlen in Taiwan zu informieren.
Kanada erhöht auch die Unterstützung zur Stärkung der Sicherheit Taiwans. Nach Angaben des kanadischen Ministeriums für Globale Angelegenheiten werden die kanadischen Lieferungen von Militärgütern und -technologien an Taiwan im Jahr 32,6 Millionen CA$ (749,62 Millionen NT$) steigen. Das Ministerium hat ähnliche Attachés in vier anderen indopazifischen Städten: Seoul, Canberra, Tokio und Singapur.
Die Sprecherin des Ministeriums für Globale Angelegenheiten, Charlotte MacLeod, kommentierte diese Stellenbesetzungen wie folgt: „Durch die Indo-Pazifik-Strategie hat sich Kanada verpflichtet, seine Sicherheitspartnerschaften zu verstärken und zu diversifizieren und seine Cyber-Diplomatie auszubauen, insbesondere da die Besorgnis über ausländische Einmischung, staatlich geförderte Desinformation, Cybersicherheit und Cyber-Kriminalität zunehmend an Bedeutung gewonnen hat.“
Im September erklärte der kanadische Vertreter in Taiwan, Jim Nickel, Kanada wolle die Zusammenarbeit mit Taiwan bei der Bekämpfung von Desinformation, der Abwehr ausländischer Einmischung und der Verbesserung der Cybersicherheit vertiefen.
Auch Vizepräsidentin Hsiao Bi-khim (蕭美琴) äußerte bei einem Treffen mit Richard Fadden, einem ehemaligen nationalen Sicherheitsberater des Premierministers und ehemaligen Direktor des kanadischen Geheimdienstes, die Hoffnung auf eine engere Zusammenarbeit mit Kanada.