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Taiwan schließt Fall von Pager-Explosion im Libanon ab, keine lokale Beteiligung festgestellt

  • 12-11-2024
Taiwan schließt Fall von Pager-Explosion im Libanon ab, keine lokale Beteiligung festgestellt
Der AR-924-Pager. (Foto: Gold Apollo-Webseite.)

Taipei – 12. November 2024. Es wurden keine Unternehmen oder Einzelpersonen in Taiwan festgestellt, die an den tödlichen Pager-Anschlägen auf Mitglieder der Hisbollah im September beteiligt waren.

Das erklärte die Bezirksstaatsanwaltschaft Shilin am Montag, zu ihren Ermittlungen gegen ein lokales Unternehmen, das Pager geliefert haben soll, die im Libanon explodierten und schwere Opfer forderten.

Die Staatsanwaltschaft in Taipeh gab ihre Ergebnisse in einer Erklärung zu ihrer Entscheidung bekannt, den am 18. September eingeleiteten Fall einzustellen, nachdem Medienberichte den taiwanischen Elektronikhersteller Gold Apollo Co. mit mehreren Pager-Explosionen am Vortag in Verbindung brachten.

Gold Apollo wurde in ausländischen Medienberichten wegen des Markenzeichens belastet, das auf Fragmenten der explodierten Pager gefunden wurde.

Das in New Taipei ansässige Unternehmen sagte in Erklärungen am 18. September, dass das in den Explosionen identifizierte Pager-Modell AR-924 ausschließlich von einem Unternehmen in Ungarn namens BAC Consulting KFT entwickelt, hergestellt und verkauft wurde.

Das Markenzeichen von Gold Apollo befand sich auf dem Etikett des Pagers, da das Unternehmen einen Lizenzvertrag mit BAC Consulting KFT für die Nutzung seines Markenzeichens in bestimmten Regionen abgeschlossen hatte, teilte das Unternehmen mit.

Das taiwanische Unternehmen einschließlilch drei weiterer Standorte wurden am 19. September durchsucht, während der Vorsitzende von Gold Apollo, Hsu Ching-kuang (許清光), und ein ehemaliger Mitarbeiter mit Nachnamen Wu (吳), der als Verbindungsmann für BAC Consulting KFT in Taiwan gearbeitet hatte, von Staatsanwälten befragt wurden.

Die am Montag veröffentlichten Ergebnisse der Staatsanwaltschaft bestätigten die Aussagen von Gold Apollo im September, dass die AR-924-Pager außerhalb Taiwans hergestellt und das Markenzeichen des Unternehmens auf diesen Produkten angezeigt wurde, weil das Unternehmen am 9. Juni 2022 einen Lizenzvertrag unterzeichnet hatte.

Gold Apollo testete nur Muster des ursprünglich hergestellten AR-924-Modells und leistete BAC Consulting KFT, das in der Erklärung der Staatsanwaltschaft als Tochtergesellschaft der „multinationalen Gruppe Frontier Group Entity“ bezeichnet wurde, keine technische Hilfe oder Unterstützung in Bezug auf das Modell.

Der Zoll hat keine Aufzeichnungen darüber, dass Gold Apollo oder andere Unternehmen Pager des Modells AR-924 importiert oder exportiert haben, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Es gebe keine Beweise dafür, dass Hsu oder seine Mitarbeiter bei den Explosionen mit dem AR-924-Pager geholfen oder davon Kenntnis gehabt hätten, fügte die Staatsanwaltschaft hinzu.

Wu, die im Rahmen eines Beratungsvertrags für die Frontier Group Entity arbeitete, hatte mit ihren Kontakten bei der Gruppe und ausländischen Agenten über Transaktionen im Zusammenhang mit dem Modell AR-924 kommuniziert, sei aber „niemals in den Entscheidungsprozess involviert“ gewesen und habe keine Informationen über die Käufer oder den Herstellungsort der Pager erhalten, so die Staatsanwaltschaft.

Die Staatsanwaltschaft kam daher zu dem Schluss, dass Wu „an keiner Verschwörung oder Zusammenarbeit im Zusammenhang mit den Explosionsvorfällen beteiligt war“, hieß es.

Da „keine Beweise vorliegen, die darauf hindeuten, dass inländische Hersteller oder Einzelpersonen an den Explosionen beteiligt waren, das Gesetz zur Terrorismusfinanzierung verletzt oder an anderen illegalen Aktivitäten beteiligt waren“, habe die Staatsanwaltschaft beschlossen, das Verfahren einzustellen.

Die Staatsanwaltschaft sagte weiter, ihre Erkenntnisse und die Entscheidung, das Verfahren einzustellen, sollten „als klarer Hinweis darauf dienen, dass Taiwan nicht an den Pager-Explosionsvorfällen im Libanon beteiligt war“.

Laut einem Bericht der Agence France-Presse (AFP) vom Sonntag wurden bei den Explosionen von Pagern und anderen tragbaren Kommunikationsgeräten im Libanon und in Syrien innerhalb von zwei Tagen fast 40 Menschen getötet und fast 3.000 verletzt.

Die Hisbollah machte Israel für die Explosionen verantwortlich, doch Israel bekannte sich erst am Sonntag zu den Anschlägen, als Premierminister Benjamin Netanjahu der AFP durch seinen Sprecher bestätigte, dass er „grünes Licht für den Pager-Einsatz im Libanon“ gegeben habe.
 

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