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US-Kriegssimulation einer Invasion Chinas: Taiwan muss sich im Ernstfall einen Monat selbst verteidigen

  • 21-11-2024
US-Kriegssimulation einer Invasion Chinas: Taiwan muss sich im Ernstfall einen Monat selbst verteidigen
Am 20. November hat der Sonderausschuss für China-Fragen des US-Repräsentantenhauses zusammen mit der US-Denkfabrik “Center for Strategic and International Studies” (CSIS) eine Simulation eines Angriffs von China auf Taiwan durchgeführt. (Foto: CNA)

Taipei, 21. November - Am 20. November hat der Sonderausschuss für China-Fragen des US-Repräsentantenhauses zusammen mit der US-Denkfabrik “Center for Strategic and International Studies” (CSIS) eine Simulation eines Angriffs von China auf Taiwan durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass Taiwan im Falle eines Konflikts mindestens einen Monat lang, möglicherweise zwei, ohne direkte militärische Unterstützung der USA auskommen müsste. Es sei nämlich mit einer Blockade Chinas zu rechnen, durch die es kein Durchdringen gäbe.

Der Verteidigungs- und Sicherheits-Experte von CSIS, Mark Cancian, erklärte, dass Taiwans zwei schmale Küstenstreifen und das Gebirge im Zentrum des Landes der Verteidigung Vorteile böten. Die meisten taiwanischen Truppen seien im Norden stationiert, wo auch das industrielle Zentrum liegt. China stünde vor der Entscheidung, entweder direkt im Norden anzugreifen, was zu heftigen Kämpfen um Taipei führen könnte, oder im Süden zu landen und sich nach Norden vorzukämpfen. Landeten die Truppen aus China im Süden Taiwans, wäre es für China entscheidend, Häfen oder Luftwaffenstützpunkte schnell zu erobern. Er schlug deswegen vor, Taiwan mit 500 Harpoon-Raketen auszustatten, die auf mobilen Abschussrampen installiert werden könnten. Diese Raketen könnten chinesische Schiffe angreifen, sobald sie in Reichweite kommen, und so die Verteidigung Taiwans erheblich stärken.

Rob Wittman, Mitglied des Militärausschusses, betonte die Notwendigkeit, die Produktion von Harpoon-Raketen zu erhöhen, um sie bis 2027, dem sogenannten „Davidson-Fenster“, an Taiwan zu liefern. Dieses Zeitfenster bezieht sich auf die Einschätzung des ehemaligen Leiters des US-Indo-Pazifik-Kommandos, Admiral Phil Davidson, dass China bis 2027 die Fähigkeit haben könnte, Taiwan anzugreifen.

Letztes Jahr berichtete Reuters unter Bezugnahme auf Bloomberg, dass Taiwan 400 landgestützte Harpoon-Raketen von den USA gekauft und damit einen Deal abgeschlossen habe, den der US-Kongress 2020 genehmigte. TheDefensePost berichtete Anfang Oktober unter Bezugnahme der chinesischsprachigen Liberty Times Net, dass Taiwan eine nicht näher festgelegte Anzahl Harpoon-Raketen erhalten habe.

Bereits im Januar 2023 gab es eine ähnliche Simulation von CSIS, bei der 24 mögliche Szenarien eines Angriffes Chinas auf Taiwan durchgespielt wurden. Das Ergebnis war, dass die USA und Japan in den meisten Szenarien die Oberhand gewinnen würden, jedoch zu einem hohen Preis. 

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