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Taiwanische Studierende fordern “Austausch auf Augenhöhe” mit chinesischer Delegation

  • 05-12-2024
Taiwanische Studierende fordern “Austausch auf Augenhöhe” mit chinesischer Delegation
Proteste für einen offenen Austausch mit der chinesischen Studentendelegation auf dem Campus der taiwanischen Tsinghua Universität. (Foto: 小笠原欣幸 Facebook)

Taipei – 5. Dezember 2024. Der Besuch chinesischer Studierender in Taiwan auf Einladung der Stiftung des ehemaligen taiwanischen Präsidenten Ma Ying-jeous (馬英九) wird in Taiwan kontrovers diskutiert. Die Delegation besuchte unter anderem die Mädchenschule in Zhongshan, die National Taiwan University sowie die taiwanische Tsinghua Universität. Dabei wurden sowohl Äußerungen der chinesischen Studenten kritisiert, genauso wie die chinesische Berichterstattung über den Besuch. Die Delegation umfasst 40 Studenten von sieben chinesischen Universitäten.

Besonders hitzig diskutiert werden zwei Vorfälle: Sòng Sīyáo (宋思瑤) von der Fudan-Universität in Shanghai gratulierte der taiwanischen Baseballmannschaft für den Sieg bei dem Baseball-Turnier Premier 12. Dabei bezeichnete er das Team, welches unter dem Namen “Chinese Taipei” (中華臺北) antritt, als “China Taipei” (中國臺北).  Als der chinesische Tischtennisspieler und Goldmedaillist Mǎ Lóng (馬龍) bei dem Besuch der Mädchenschule in Zhongshan von Fans empfangen wurde, verglichen chinesische Medien das mit einer Szene aus der “Reise in den Westen”, in der der Mönch Tang-seng in eine Höhle mit als schöne Frauen getarnte Dämonen fällt. 

Vertreter der besuchten Universitäten und der Mädchenschule veranstalteten am 4. Dezember eine Pressekonferenz, auf der sie die Delegation als Teil der “United Front” bezeichneten. Sie forderten einen Austausch auf Augenhöhe und eine Bewahrung der Meinungsfreiheit. “United Front” bezeichnet eine chinesische politische Strategie, mit vernetzten Gruppen und Individuen die Interessen der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) voranzutreiben. Huang Chung-hsien (黃種賢), Masterstudent an der National Taiwan University sagte, der Austausch, der eigentlich interaktiv sein sollte, habe sich zu einer Ein-Mann-Show chinesischer Studenten entwickelt.

Am heutigen Donnerstag sprach sich auch der Elternbeirat der Mädchenschule gegen die verzerrte Berichterstattung über den Besuch aus. Die taiwanische Festlandkommissionprüft derzeit, ob die Delegation gegen Vorschriften zum Inhalt des Besuches verstoßen haben könnte.

Die Ma Ying-jeou Stiftung derweil sagte, eine Entscheidung solche Delegationsreisen in Zukunft zu verbieten, könnte zu einem Klima der Angst führen. Die taiwanische Festlandkommission solle davon absehen, mit einer Einstellung wie zu der Zeit des Kriegsrechts in Taiwan (1949 bis 1987) Austausch mit der anderen Seite der Taiwanstraße zu behindern.  Die chinesische Delegation ist unterdessen am Donnerstagmittag wieder aus Taiwan abgereist.

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