Taipei – 12. Dezember 2024. Greenpeace hat am 9. Dezember den Bericht “Netting Profits, Risking Lives” zur Ausbeutung von Mensch und Natur auf hoher See veröffentlicht. Der von Greenpeace Südostasien in Zusammenarbeit mit der Indonesian Migrant Workers Union (SBMI) veröffentlichte Bericht behandelt den Zeitraum von 2019 bis 2024. Dabei werden 10 Fälle von vermuteter Zwangsarbeit und illegaler Fischerei diskutiert, die mit 12 Schiffen unter taiwanischer Flagge in Verbindung stehen.
Das Greenpeace-Büro in Taipei hat am heutigen Donnerstag eine Pressekonferenz veranstaltet. Sie riefen die taiwanische Regierung zum Handeln auf und forderten einen Zeitplan für entsprechende Gesetzgebung, um das Problem der Ausbeutung auf See anzugehen.
Das taiwanische Landwirtschaftsministerium hatte zuletzt verkündet, man wollen bis 2026 erreichen, dass die taiwanische Offshore-Fischereiindustrie von der US-Amerikanischen “Liste von Gütern die von Kinderarbeit oder Zwangsarbeit produziert werden” gestrichen wird. Nach dem jüngsten Bericht von Greenpeace findet jedoch weiterhin systematische Ausbeutung in der taiwanischen Offshore-Fischereiindustrie statt.
12 taiwanischen Schiffen wird “Täuschung” und “Vorenthaltung von Ausweisen” vorgeworfen, beides Indikatoren für Zwangsarbeit laut der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). 92% der Schiffe wurde „Ausnutzen von Vulnerabilität“ und „Schuldknechtschaft“ vorgeworfen. Fast alle befragten Fischer berichteten davon, dass Gehälter nicht ausgezahlt wurden, über einen Zeitraum von 2 bis 20 Monaten.
Greenpeace Südostasien fordert die taiwanische Regierung auf, konkrete Reformen durchzuführen. Dazu gehört die öffentliche Ankündigung eines Zeitplans für die Einhaltung der Konvention über Arbeit in der Fischerei von der Internationalen Arbeitsorganisation, die Gewährleistung des arbeitsrechtlichen Schutzes ausländischer Fischer, die Forderung nach Transparenz bei der Fischbeschaffung, sowie die Bereitstellung von W-Lan für die Arbeiter auf Fischereischiffen.