Taipei – 18. Dezember 2024 Taiwan und Europa haben sich beim jährlichen Handels- und Investitionsdialog (TID) zwischen der EU und Taiwan in Brüssel für eine im vergangenen Monat unterzeichnete Vereinbarung zur Beilegung eines Streits über Investitionsbedingungen im taiwanischen Offshore-Windsektor ausgesprochen.
Die Generaldirektion Handel der Europäischen Kommission sagte in einer Erklärung nach dem Treffen am Dienstag, dass beide Seiten ihre Wertschätzung für die kürzlich erzielte Einigung über die Investitionsbedingungen im Offshore-Windsektor zum Ausdruck gebracht hätten.
Die EU betonte auch, wie wichtig es sei, diese Vereinbarung effektiv umzusetzen.
Dies bezog sich auf eine Vereinbarung zur Beilegung eines Streits bei der Welthandelsorganisation (WTO), den die EU im Juli wegen Taiwans Umgang mit seinem Offshore-Windmarkt und insbesondere wegen der Anforderungen an den lokalen Anteil bei Offshore-Windprojekten initiiert hatte.
Taiwan erklärte sich bereit, bei künftigen Ausschreibungen die Anforderungen an die Lokalisierung aufzugeben, entweder als Zulassungsbedingungen oder als Zuschlagskriterien. Außerdem verpflichtete man sich, eine größere Flexibilität bei der Art und Weise einzuführen, wie die siegreichen Projekte der letzten Auktion weitergeführt werden“, so die GD Handel in einer Erklärung vom 8. November.
Bei dem Treffen am Dienstag brachte die EU auch ihre seit langem bestehenden Bedenken hinsichtlich des Marktzugangs für Agrar- und Lebensmittelexporte zur Sprache, und es wurden auch Fragen des Handels, der wirtschaftlichen Sicherheit und der Lieferkette diskutiert.
Das Treffen wurde gemeinsam von Wirtschaftsminister Kuo Jyh-huei (郭智輝) und Sabine Weyand, Generaldirektorin der GD Handel, geleitet, die auch an der Beilegung des Offshore-Wind-Streits im November beteiligt waren.
Kuo befindet sich derzeit auf einer Europareise, die ihn auch nach Deutschland zur Besichtigung des Standorts, an dem die Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC) eine Fabrik baut, und in die Tschechische Republik zur Teilnahme an der Einweihungsfeier des „Taiwan Trade and Investment Center“ führen wird.
Taiwan und die EU halten seit 1981 regelmäßige Treffen im Rahmen des Wirtschafts- und Handelsdialogs ab. Ab 2022 hob die EU den Dialog erstmals auf Ministerebene an und benannte ihn in „Handels- und Investitionsdialog“ um.
Taiwan ist der 13. größte Handelspartner der EU. Im Jahr 2023 belief sich der bilaterale Warenhandel auf 78,3 Milliarden Euro (82,21 Milliarden US-Dollar oder rund 2,7 Billionen NT$).
Die EU blieb auch im Jahr 2023 Taiwans größter ausländischer Investor mit Investitionen in Höhe von 2,9 Milliarden Euro, von denen der größte Teil auf den Offshore-Windsektor entfiel, heißt es in der Erklärung.