Taipei – 26. Dezember 2024. Auf der chinesischen Social Media Platform Xiaohongshu (小紅書) kursieren Anleitungen, wie chinesische Staatsbürger mithilfe spezieller Software Studienbescheinigungen fälschen können, um so in Drittländern eine Tourismus-Einreisegenehmigung für Taiwan zu beantragen. Das berichtet die taiwanische Nachrichtenagentur CNA am gestrigen Mittwoch.
Am heutigen Donnerstag äußerte sich die taiwanische Immigrationsbehörde in einer Pressemitteilung. Demnach sei es seit September 2023 wieder möglich für chinesische Staatsbürger, die in Drittländern wohnen oder studieren, Einreisegenehmigungen zu Tourismuszwecken für Taiwan zu beantragen. Seit Beginn der Corona-Pandemie können chinesische Staatsbürger mit Wohnsitz in China keine Einreisegenehmigungen für touristische Reisen nach Taiwan mehr beantragen. Auch Gruppenreisen sind von chinesischer Seite aus nicht erlaubt.
Bisher seien 124 Anträge, bei denen der Verdacht bestand, dass sie gefälschte Dokumente enthielten, von den ausländischen Arbeitsstellen der Immigrationsbehörde beschlagnahmt und zurückgewiesen worden. Außerdem seien kriminelle Gruppen aufgedeckt worden, die Dokumente zur Beantragung einer Einreiseerlaubnis als Überseechinenese bzw. Bewohner von Hongkong oder Macau gefälscht haben. Die Immigrationsbehörde sagte, man habe ein dreigliedriges Präventionssystem aktiviert, und führe Überprüfungen im Ausland, an der Grenze sowie im Inland durch. In Zukunft würde man die Überprüfungen weiter verstärken.
Die taiwanische Regierung sagte Ende Mai dieses Jahres, sie hoffe weiterhin auf eine Wiederaufnahme des Tourismus aus China. In diesem Jahr gab es zwar vereinzelte Anzeichen einer Annäherung, eine Öffnung steht allerdings noch aus. Taiwaner können derweil weiterhin nach China reisen, auch wenn die taiwanische Festlandkommission rät, von nicht erforderlichen Reisen abzusehen.