Taipei, 01. Januar - Am Neujahrstag veröffentlichte das chinesische Militär ein Musikvideo mit dem Titel „Chinesen“ (中國人), gesungen von dem Hongkonger Star Andy Lau (劉德華). Das Video kombiniert militärische Trainingsaufnahmen mit kulturellen Elementen, darunter Szenen von Lau bei einem Konzert und Interviews mit chinesischen Studenten in Taiwan. Auch ein umstrittenes Interview des ehemaligen taiwanischen Marinekapitäns Lu Li-Shih (呂禮詩) auf einer chinesischen Luftfahrtmesse wurde eingeblendet. Die Botschaft des Videos betont die Einheit der chinesischen Kultur und fordert dazu auf, „stolze Chinesen“ zu sein.
Die Veröffentlichung des Videos löste in Taiwan unterschiedliche Reaktionen aus. Die regierende Demokratische Fortschrittspartei (DPP) kritisierte das Video als Teil der chinesischen „Vereinigungspropaganda“. Der Abgeordnete Wang Ting-yu (王定宇) warnte vor der „versteckten Bedrohung“ hinter solchen kulturellen Botschaften, die gleichzeitig mit militärischen Drohungen einhergehen. Er verurteilte auch das Auftreten von Lu Li-Shih in dem Video und bezeichnete es als inakzeptabel für einen ehemaligen taiwanischen Offizier.
Die oppositionelle Kuomintang (KMT) hingegen rief dazu auf, das Video mit Gelassenheit zu betrachten. Der Abgeordnete Niu Hsiu-ting (牛煦庭) erklärte, dass solche Propagandavideos ein übliches Mittel der chinesischen Regierung seien und keinen Einfluss auf die Stabilität Taiwans hätten. Er betonte, dass Taiwan sich auf die Stärkung seiner Demokratie und die Lösung interner Probleme konzentrieren solle.
Die Taiwan Volkspartei (TPP) kritisierte das Video ebenfalls und warf China vor, kulturellen Austausch zu schädigen, indem es Musik mit militärischen Botschaften vermische. Die Partei forderte sowohl China als auch die taiwanische Regierung auf, den Dialog wieder aufzunehmen, um Spannungen zu reduzieren und eine friedlichere Beziehung zwischen beiden Seiten zu fördern.