Taipei, 15. Januar - Die Zahl der Syphilis-Fälle bei Jugendlichen in Taiwan ist in den letzten zehn Jahren dramatisch gestiegen. Laut der Nationalen Bildungsallianz (國教行動聯盟 Action alliance on basic education) gab es im Jahr 2024 insgesamt 211 Fälle bei 15- bis 19-jährigen jungen Frauen – ein Anstieg um mehr als das 50-Fache im Vergleich zu 2014. Auch bei jungen Männern in derselben Altersgruppe stieg die Zahl der Fälle von 99 im Jahr 2014 auf 316 im Jahr 2024. Die Allianz rief heute in einer Pressekonferenz die Regierung dazu auf, dringend Maßnahmen zur Prävention von sexuell übertragbaren Krankheiten bei Jugendlichen zu ergreifen.
Der Vorsitzende der Allianz, Wang Han-yang, forderte das Gesundheits- und Bildungsministerium auf, gemeinsam an einer umfassenden Sexualerziehung zu arbeiten. Er betonte, dass sowohl Eltern als auch Schulen besser über sexuelle Gesundheit informiert werden müssten, um Jugendliche vor den Risiken von Geschlechtskrankheiten zu schützen. Die Bildungsallianz kritisierte, dass wichtige Programme zur Sexualerziehung in Schulen und Hochschulen in den letzten Jahren eingestellt wurden. Nur eine Reaktivierung könne den besorgniserregenden Anstieg von Geschlechtskrankheiten bei Jugendlichen stoppen.
Experten wie Zhao Guo-yu, Professorin an der Chang Gung Universität, betonte, dass Prävention durch Aufklärung wichtiger sei als Maßnahmen wie die kostenlose Verteilung von Kondomen an Schulen, da dies möglicherweise rechtliche und ethische Fragen aufwerfe. Stattdessen solle die sogenannte handlungsorientierte ABC-Strategie aus der Positiven Psychologie gefördert werden, wobei A für “Achte auf dich” steht, B für “Bleibe in Kontakt” und C für “Check dein Umfeld”.