Taipei, 29. Januar - Taiwans ehemalige Digitalministerin Audrey Tang (唐鳳) hat eine Möglichkeit gefunden, die Zensur des chinesischen KI-Modells DeepSeek zu umgehen, wie sie gestern auf der Plattform Threads bekannt gab. DeepSeek, entwickelt von einem chinesischen Startup, ist ein leistungsstarkes KI-Sprachmodell, das mit niedrigen Kosten mit führenden westlichen Modellen konkurrieren kann. Allerdings unterliegt es der strikten Zensur Chinas und vermeidet Themen wie den Tiananmen-Platz-Vorfall von 1989 oder die Möglichkeit eines Angriffs auf Taiwan.
Laut einem Bericht von Bloomberg wendet DeepSeek, wie andere chinesische KI-Modelle, ein Selbstzensur-System an, das bei sensiblen geopolitischen Fragen automatisch ausweicht. Audrey Tang zeigte jedoch am 28. Januar auf der Plattform “Threads”, wie die Zensur umgangen werden kann. Sie erklärte, dass sich DeepSeek in einer Offline-Umgebung wie lmstudio.ai dazu bringen lässt, auf zensierte Fragen zu antworten, indem man bestimmte Befehle eingibt und den Denkprozess der KI simuliert.
Mit dieser Methode konnte Tang eine Antwort von DeepSeek zum Tiananmen-Vorfall erhalten. Die KI bezeichnete das Ereignis als eine „schwarze Seite in der modernen Geschichte Chinas“ und erklärte, dass die strikte Kontrolle der chinesischen Regierung über die Erinnerung an das Ereignis es vielen Menschen erschwert, sich ein vollständiges Bild davon zu machen.
Die Entdeckung von Audrey Tang wirft ein neues Licht auf die Möglichkeiten, staatlich kontrollierte KI-Modelle zu hinterfragen, und zeigt, wie technologische Lösungen genutzt werden können, um Zensurmechanismen zu umgehen.