Taipei – 3.2.2025 – Südafrika hat erneut die Verlegung der Vertretung Taiwans aus der Hauptstadt Pretoria gefordert. Südafrika versucht außerdem, das Büro hinunterzustufen und umzubenennen. Gemäß Taiwans Außenministerium zeige dies, dass China den Druck auf Taiwan in Südafrika erhöht.
Südafrika hatte bereits vergangenes Jahr den Abzug von Taiwans Verbindungsgbüro (Taipei Liaison Office in the Republic of South Africa) aus Pretoria bis Ende Oktober gefordert, die urprüngliche Frist vom 30. Oktober jedoch zurückgezogen.
Wie das Außenministerium mitteilte, habe man mit Südafrika über diplomatische Kanäle nach dem Prinzip von Augenhöhe und Respekt über die Ansichten der zukünftigen bilateralen Beziehungen kommuniziert. Gleichzeitig halte man daran fest, dass Taiwan keinesfalls einseitige Änderungen des Status quo akzeptiert.
Südafrikas Regierung hat Ende Januar in einem Schreiben an Taiwans Vertretung in Südafrika erneut die Verlegung der Vertretung aus Pretoria bis Ende März gefordert. Südafrikas Regierung versuche sogar, es hinunterzustufen und in "Handelsbüro" umzubenennen.
Außenminister Lin Chia-lung (林佳龍) habe unverzüglich eine Krisensitzung einberufen, um das weitere Vorgehen in dieser Angelegenheit zu besprechen. Lin habe außerdem den Generaldirektor der Abteilung für Westasien und Afrika, Anthony Ho Chung-yi (賀忠義) angewiesen, den neuen Vertreter Südafrikas in Taiwan, Zakhele Mnisi, unverzüglich einzubestellen, um ernsthafte Besorgnis zum Ausdruck zu bringen.
Das Außenministerium betonte, Taiwans Standpunkt sei unverändert. Taiwan werde keine einseitige Verletzung des beiderseitigen Abkommens durch die südafrikanische Regierung akzeptieren. Man werde weiterhin auf dem Prinzip von Augenhöhe und Respekt mit Südafrikas Regierung kommunizieren. Man werde gemäß den Reaktionen der Regierung Südafrikas über das weitere Vorgehen Taiwans in dieser Angelegenheit entscheiden und die Öffentlichkeit zu gegebener Zeit über weitere Entwicklungen informieren.
Taiwans Außenministerium appellierte an Südafrikas Regierung, als Gastgeber des diesjährigen G20-Gipfels das Rahmenabkommen über die bilateralen Beziehungen vom Jahr 1997 einzuhalten. Vor einer Einigung beider Seiten durch Gespräche sollten keine Zwangsmaßnahmen oder andere Maßnahmen ergriffen werden, die die Arbeit der Vertretung beeinträchtigen könnten.