Taipei – 4. Februar 2025. Angesichts drohender Zölle für Taiwan durch die USA sagte der Direktor des Forschungszentrums für die wirtschaftliche Entwicklung Taiwans der Nationalen Zentraluniversität, Dachrahn Wu (吳大任), dass Taiwan schnell überlegen müsse, wie man weiter verhandeln wolle.
Wu wies dabei auf Gespräche des kanadischen Premierministers Justin Trudeau und der mexikanischen Präsidentin Claudia Sheinbaum mit US-Präsident Donald Trump hin. Nach diesen Gesprächen hat Trump zugestimmt, die Einführung von Zöllen in Höhe von 25 % auf kanadische und mexikanische Importe für 30 Tage auszusetzen.
Wu sagte, die Führer beider Länder seien bereit, Zugeständnisse zu machen und Maßnahmen zu ergreifen, um den Drogenhandel und die illegale Einwanderung an den Grenzen zu den USA zu bekämpfen. Er hob hervor, dass Trudeau auch bereit sei, mit entsprechenden Zöllen auf US-Waren zu antworten.
Was Taiwan anbelange, so sagte Wu, dass Trump bereits mehrfach seine Absicht geäußert habe, Importzölle auf taiwanische Computerchips und Halbleiter zu erheben, und dass die Regierung überlegen muss, welche anderen US-Industrien für taiwanische Investitionen geeignet sind. Da Taiwans Exporte vor allem in Hightech-Industrien stattfinden, die durch KI unterstützt werden, und die traditionellen Industrien im Niedergang begriffen seien, könnten Investitionen in die petrochemische Industrie denkbar sein, so Wu.