Taipei – 12. Februar 2025. Chinesische Staatsmedien berichteten am Mittwoch, dass der Zerstörer USS Ralph Johnson und das Vermessungsschiff USNS Bowditch der US-Marine zwischen Montag und Mittwoch die Taiwanstraße passierten. Die Meldung löste Besorgnis aus, da China nur selten Schiffe meldet, die die Taiwanstraße passieren, und weder die USA noch Taiwan die Angaben bestätigt haben.
Daraufhin betonte Taiwans Verteidigungsministerium die Bedeutung von Frieden und Stabilität in der Taiwanstraße. Der Sprecher des Ministeriums, Sun Li-fang (孫立方), versicherte der Öffentlichkeit, dass es einen engen und koordinierten Mechanismus zwischen beiden Seiten gebe, um die Gesamtsituation zu bewältigen, lehnte es jedoch unter Hinweis auf den sensiblen Charakter militärischer und sicherheitspolitischer Vereinbarungen ab, konkrete Angaben zur militärischen Zusammenarbeit mit verbündeten Ländern zu machen.
In Bezug auf Chinas Protest gegen die US-Militärpräsenz in der Taiwanstraße wies das Verteidigungsministerium darauf hin, dass die umliegenden Staaten erkennen, welche Partei die Spannungen eskalieren lässt, und bekräftigte seine Unterstützung für die Freiheit der Schifffahrt in der Taiwanstraße.
Das Verteidigungsministerium äußerte sich auch optimistisch zu Maßnahmen, die den regionalen Frieden und die Stabilität fördern, nachdem japanische Medien berichtet hatten, dass die USA und Japan Ende März ein Verteidigungstreffen abhalten werden, um den Einfluss Chinas zu thematisieren und Japans Verteidigung im Südwesten zu stärken.
Unter Verweis auf das Recht, in internationalen Gewässer frei fahren zu dürfen, passieren immer wieder Kriegsschiffe der USA aber auch anderer Staaten die Taiwanstraße in einem bestimmten Korridor. Auch die deutsche Fregatte "Baden-Württemberg" fuhr im September vergangenen Jahres dort hindurch.
China dagegen sieht die Durchfahrten als Provokation, weil es Taiwan zu seinem Gebiet zählt.