Taipei – 21. Februar 2025. Beim Halifax Taipei Sicherheitsforum (HFX Taipei), das am 20. und 21. Februar in Taipei stattfindet, stehen die Ukraine-Politik der USA, die Sicherheit im Indopazifik und Taiwans Rolle in der internationalen Gemeinschaft im Mittelpunkt. Zu den prominenten Gästen zählen die Witwe des ehemaligen japanischen Premierministers Abe Shinzō (安倍晉三), Abe Akie (安倍昭惠), sowie der ehemalige kanadische Außenminister Peter MacKay.
Ein zentrales Thema war die anhaltende Unterstützung der Ukraine gegen die russische Aggression. Peter MacKay unterstrich, dass Russland nicht gewinnen dürfe und dass die Verteidigung der Ukraine eine fundamentale Aufgabe für die demokratischen Staaten bleibe. Trotz kontroverser Äußerungen des US-Präsidenten Donald Trump, sei er zuversichtlich, dass die USA weiterhin für Freiheit und Rechtsstaatlichkeit einstehen würden.
Olena Tregub, Generalsekretärin des ukrainischen Nationalen Antikorruptionskomitees, kritisierte hingegen ein von den USA vorgeschlagenes Abkommen mit der Ukraine über Bodenschätze. Die Ukraine sei zwar bereit, mit den USA ein faires Abkommen zu schließen, jedoch nicht unter Bedingungen, die sie benachteiligen.
Tregub erinnerte daran, dass Präsident Wolodymyr Selenskyj bereits im September 2024 im Trump Tower in New York einen Friedensplan vorgelegt habe. Sie betonte, dass Trump offenbar die ukrainische Position missverstanden habe und forderte eine Neuausrichtung der US-Politik, die echte Lösungen anstrebe, anstatt neue Opfer zu fordern. Die Ukraine wünsche sich nichts mehr als Frieden, doch müsse dieser unter gerechten Bedingungen erreicht werden.
Neben der Ukraine-Politik wurde auch die Sicherheit im Indopazifik intensiv diskutiert. Abe Akie hob in ihrer Rede die geopolitischen Herausforderungen nach der Pandemie hervor und betonte, dass es keine „Superhelden“ gebe, die die Welt retten könnten – stattdessen müsse jeder Einzelne seinen Beitrag leisten. Ihr verstorbener Ehemann, Abe Shinzō, habe sich stets für die Stabilität der Region eingesetzt, insbesondere durch seine „Freie und offene Indopazifik-Strategie“, die heute von vielen demokratischen Staaten als strategisches Ziel übernommen wurde.
Präsident Lai Ching-te (賴清德) empfing Abe Akie im Präsidentenpalast und würdigte Abes Einsatz für die Sicherheit der Region. Er dankte zudem dem aktuellen japanischen Premierminister Ishiba Shigeru (石破茂), der kürzlich nach einem Gipfeltreffen mit den USA die Bedeutung von Frieden und Stabilität in der Taiwanstraße bekräftigt und Taiwans internationale Beteiligung unterstützt hatte. Lai betonte, dass Taiwan gemeinsam mit Japan, den USA und Europa weiter für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit eintreten werde.
Abe Akie zeigte sich tief bewegt von Lais Worten und erinnerte daran, dass Abe Shinzō stets betont habe: „Ein Angriff auf Taiwan ist ein Angriff auf Japan.“ Bei der Erwähnung dieser Worte wurde sie sichtlich gerührt. Sie erklärte, dass sie ihr Engagement für die Stabilität der Region fortsetzen und die enge Verbindung zwischen Japan und Taiwan weiter stärken wolle. Besonders bedeutungsvoll sei für sie, dass das Halifax Sicherheitsforum erstmals in Taipei stattfand, da es das klare Signal sende, dass Taiwan eine zentrale Rolle für die Sicherheit im Indopazifik spiele.