Taipei, 25. Februar - Das taiwanische Ministerium für digitale Entwicklung hat heute bekannt gegeben, dass das Unterseekabel „Tai-Peng Nr. 3“, das Taiwan mit den Penghu-Inseln verbindet, vollständig durchtrennt wurde. Der Vorfall ereignete sich um 3:03 Uhr morgens, etwa 14,7 Kilometer vor der Küste der südtaiwanischen Stadt Tainan. Um die Kommunikation zwischen Taiwan, Penghu und Kinmen sicherzustellen, wurde der Datenverkehr auf alternative Kabel wie „Tai-Peng Nr. 2“ und „Peng-Kin Nr. 3“ umgeleitet. Laut dem Ministerium für digitale Entwicklung sind Telefon- und Internetdienste dadurch weiterhin stabil.
Im Zusammenhang mit dem Vorfall steht ein unter togoischer Flagge fahrendes Frachtschiff, die „Hong Tai“, das sich verdächtig lange in der Nähe des beschädigten Kabels aufhielt. Die Küstenwache erklärte, dass das Schiff zwischen dem 22. und 25. Februar mehrfach kontaktiert wurde, jedoch keine Antworten auf Funksprüche gab. Am 25. Februar wurde das Schiff schließlich nahe der Schadensstelle gesichtet und von der Küstenwache in den Hafen von Tainan eskortiert. Erste Ermittlungen ergaben, dass die „Hong Tai“ Verbindungen zu chinesischen Unternehmen hat und ihre acht Besatzungsmitglieder chinesischer Herkunft sind. Die Behörden vermuten, dass es sich um eine gezielte Störung im Grauzonenbereich handeln könnte.
Die Regierung hat angekündigt, sämtliche Unterseekabel Taiwans, einschließlich 14 internationaler und 10 nationaler Kabel, als kritische Infrastruktur einzustufen und zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen, um diese besser zu schützen. Dazu gehören der Ausbau von Backup-Systemen wie Mikrowellen- und Satellitenkommunikation sowie die Reparatur beschädigter Kabel. Laut Chunghwa Telecom könnten die Arbeiten am „Tai-Peng Nr. 3“-Kabel bis Ende März abgeschlossen sein, sofern die Wetterbedingungen günstig bleiben. Die Ermittlungen zum Vorfall werden unter Leitung der Staatsanwaltschaft fortgesetzt, um die genauen Hintergründe aufzuklären.
Seit Anfang des Jahres ist dies nun das dritte beschädigte Unterseekabel vor den Küsten Taiwans.