Taipei, 26. Februar - Die Regierung von Kalifornien hat ein neues digitales Beteiligungsprojekt namens „Engaged California“ gestartet. Das Programm, das am 23. Februar von der Los Angeles Times offiziell vorgestellt wurde, orientiert sich an Taiwans erfolgreichem Modell der digitalen Demokratie, das während der COVID-19-Pandemie eingesetzt wurde und zu einer wichtigen Brücke zwischen der Öffentlichkeit und der Regierung wurde. Ziel ist es, die Bürger besser in Entscheidungsprozesse einzubinden. Als erstes Projekt steht die gemeinschaftliche Planung des Wiederaufbaus nach den verheerenden Waldbränden in Los Angeles im Fokus.
Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom betonte in sozialen Medien, dass die Plattform den Bürgern helfen soll, ihre Meinungen einzubringen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Das Projekt wurde über zwei Jahre entwickelt und basiert auf Taiwans Erfahrungen mit digitalen Tools zur Förderung von Konsens und gemeinschaftlicher Entscheidungsfindung. Taiwans ehemalige Digitalministerin Audrey Tang (唐鳳), eine der Partnerinnen des Programms, erklärte: „Anstatt zuzulassen, dass eine einzige Idee den gesamten sozialen Dialog dominiert, können wir Tausende verschiedener Ideen miteinander verschmelzen lassen, um ein Modell zu schaffen, das mit den Menschen funktioniert, nicht nur für die Menschen.“
Das Programm wird international als „deliberative Demokratie“ bezeichnet und unterscheidet sich von klassischen Bürgerforen oder Umfragen. „Engaged California“ ist ein Technologie-basiertes Modell, das Gemeinschaft und Regierungsarbeit verbindet. Nach der Pilotphase in Los Angeles soll die Plattform auch auf andere Themen ausgeweitet werden. Die Initiative wurde online positiv aufgenommen, wobei viele Nutzer betonten, dass das taiwanische Modell eine solide Grundlage für mehr Bürgerbeteiligung in Kalifornien bietet. Eine andere Person schrieb: “Solange wir dem Taiwan-Modell folgen, weiß ich, dass es nicht schief gehen wird.”