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Taiwan erneut demokratischstes Land in Asien

  • 27-02-2025
Taiwan erneut demokratischstes Land in Asien
Indexkarte von The Economist.

Der Demokratieindex 2024 der Economist Intelligence Unit (EIU) stuft Taiwan erneut als das demokratischste Land Asiens ein. In der weltweiten Rangliste von 167 Ländern belegt Taiwan Platz 12 und zählt laut EIU-Definition zu den "vollständigen Demokratien". Im Vergleich zum Vorjahr fiel Taiwan jedoch um zwei Plätze zurück (2023: Platz 10), wobei die Gesamtpunktzahl von 8,92 auf 8,78 sank. Deutschland belegt hinter Taiwan Platz 13.

Die EIU bewertet Demokratien anhand von fünf Kategorien: Wahlprozess und Pluralismus, Funktionsweise der Regierung, politische Beteiligung, politische Kultur und Freiheitsrechte. Taiwan erhielt in Wahlprozess und Pluralismus die Höchstwertung von 10 Punkten und schnitt auch in bürgerlichen Freiheiten (9,41 Punkte) gut ab.

Weltweiter Demokratie-Rückgang

Der globale Durchschnittswert des Demokratieindex sank 2024 auf 5,17, den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 2006. Nur noch 6,6 % der Weltbevölkerung leben in vollständigen Demokratien – ein drastischer Rückgang gegenüber 12,5 % vor zehn Jahren. Dagegen lebt mittlerweile 40 % der Weltbevölkerung unter autoritären Regimen.

Obwohl 2024 ein Superwahljahr mit über 70 nationalen Wahlen war, kritisiert The Economist, dass einige dieser Wahlen eine Farce seien. So sicherte sich Wladimir Putin in Russland durch eine "Scheinwahl" eine fünfte Amtszeit, wobei Russland mit 2,03 Punkten auf Platz 150 von 167 Ländern als autoritäres Regime eingestuft wird.

Demokratiedefizite auch in westlichen Ländern

Obwohl neun der zehn demokratischsten Länder Europa angehören, zeigt sich auch dort ein demokratischer Rückgang. Frankreich wurde von einer "vollständigen Demokratie" auf eine "fehlerhafte Demokratie" herabgestuft. Hauptgrund sei der Vertrauensverlust in die Regierung, nachdem Präsident Emmanuel Macron im vergangenen Jahr vorgezogene Parlamentswahlen ausgerufen hatte, die jedoch keine klare Mehrheit hervorbrachten.

Auch Südkorea fiel in die Kategorie "fehlerhafte Demokratie" zurück (?) (Platz 32, Punktzahl 7,75), nachdem Präsident Yoon Suk-yeol im Dezember vergangenen Jahres überraschend das Kriegsrecht verhängte. China erhielt eine Wertung von 2,11 (Platz 145) und bleibt unter den autoritären Regimen.

Die USA verbleiben ebenfalls in der Kategorie "fehlerhafte Demokratie". The Economist warnt, dass sich die Lage unter Donald Trump weiter verschärfen könnte.

Norwegen bleibt Spitzenreiter, Afghanistan am Ende der Liste

An der Spitze des Rankings steht erneut Norwegen mit einer Wertung von 9,81, gefolgt von Neuseeland und Schweden. Afghanistan bleibt seit 2021 das Schlusslicht.

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