Taipei – 28. Februar 2025. Am heutigen Freitag hat sich das 228-Massaker zum 78. Mal gejährt. Die 228-Gedenkstiftung hat zu diesem Anlass eine zentrale Gedenkveranstaltung veranstaltet. Der Vorsitzende der Stiftung Hsue Hua-yuan (薛化元) sagte, beim Gedenken gehe es nicht nur darum, Opfer und ihre Familien zu trösten. Man müsse weiterhin die Arbeit im Bereich der Vergangenheitsbewältigung vertiefen, um ein gemeinsames Bewusstsein zu schaffen.
Vertreter der Familien der Opfer nannten ebenfalls drei große Forderungen; sie hoffen, dass die wahren Umstände aufgeklärt werden, die Verantwortung erforscht wird und eine Versöhnung stattfindet. Sie riefen außerdem zu einer Förderung der Menschenrechtsbildung auf, damit mehr junge Menschen diesen Teil der Geschichte lernen können.
Präsident Lai Ching-te (賴清德) nahm ebenfalls an der Gedenkveranstaltung teil. Der Ausgangspunkt des Vorfalls sei kein ethnischer Konflikt gewesen, sondern ein Verbrechen Chiang Kai-sheks zur Erhaltung der Herrschaft über Taiwan, so der Präsident in seiner Rede. Er betonte auch, dass sich die Regierung weiterhin für eine Übergangsjustiz einsetzen werde, einschließlich der Freigabe politischer Akten, der Erhaltung historischer Stätten und der Gewährleistung, dass sich die Tragödie nicht wiederholt.
Der 28. Februar erinnert an die Menschen, die am 28. Februar 1947 von Soldaten der KMT-Regierung massakriert wurden, weil sie in großem Umfang gegen Korruption und Unterdrückung durch die Regierung protestiert hatten. In Taiwan ist der Tag ein gesetzlicher Feiertag.