Taipei, 04. März - Nach mehreren Hackerangriffen auf taiwanische Krankenhäuser hat das Gesundheitsministerium heute Richtlinien zur Bekämpfung von Ransomware-Angriffen für Krankenhäuser veröffentlicht. Die Maßnahme folgt auf Vorfälle, bei denen zwei große Krankenhäuser von der Ransomware „Crazy Hunter“ aus Singapur betroffen waren. Es wird von „systematischen Angriffen“ gesprochen, und weitere Angriffe auf andere Krankenhäuser gelten als wahrscheinlich.
Mitte Februar wurde das Mackay Memorial Hospital in Taipei Ziel eines Hackerangriffs. Die Angreifer hatten versucht, Krankenhausdaten großflächig zu verschlüsseln. Vor wenigen Tagen traf es auch das Changhua Christian Hospital, wo das externe Registrierungssystem vorübergehend ausfiel. Obwohl das Kernsystem durch schnelles Handeln geschützt werden konnte, dauern die Reparaturen an einigen Teilen des Systems noch an.
Das Gesundheitsministerium hat daraufhin 60 Krankenhäuser, die als kritische Infrastruktur gelten, zu einer Krisensitzung einberufen. Dort wurden die Erfahrungen der betroffenen Einrichtungen ausgewertet und eine einheitliche Anleitung für den Umgang mit solchen Angriffen vorgestellt. Ziel ist es, Krankenhäusern klare Abläufe für den Ernstfall an die Hand zu geben, um auf künftige Angriffe schnell und effektiv reagieren zu können.
Laut dem IT-Leiter des Gesundheitsministeriums, Li Chien-chang (李建璋), warnte man insbesondere vor Angriffen an Wochenenden und nachts, wenn Sicherheitsmaßnahmen oft weniger streng überwacht werden. Die Regierung ruft alle medizinischen Einrichtungen dazu auf, wachsam zu bleiben und ihre IT-Sicherheit zu verstärken, da die Bedrohung durch systematische Angriffe weiterhin besteht.