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TSMC-Investition in den USA: Taiwans Silicon Shield gefährdet?

  • 07-03-2025
TSMC-Investition in den USA: Taiwans Silicon Shield gefährdet?
Taiwans Präsident Lai Ching-te (賴清德) hat gemeinsam mit dem Geschäftsführer von TSMC, C. C. Wei (魏哲家), die milliardenschweren Investitionen des Chipherstellers in den USA erläutert. (Foto: Präsidialamt)

Taipei – 7. März 2025. Taiwans Präsident Lai Ching-te (賴清德) hat gemeinsam mit dem Geschäftsführer von TSMC, C. C. Wei (魏哲家), die milliardenschweren Investitionen des Chipherstellers in den USA erläutert. Dabei betonten beide, dass die Entscheidung ohne Druck der US-Regierung getroffen wurde. Dennoch äußerte die Opposition Zweifel. US-Präsident Donald Trump hatte erst kürzlich Zölle auf in Taiwan hergestellte Chips angedroht. 

TSMC plant, mindestens 100 Milliarden US-Dollar in den USA zu investieren, was Bedenken hinsichtlich einer möglichen Schwächung Taiwans als globales Zentrum der Halbleiterproduktion ausgelöst hat. Premierminister Cho Jung-tai (卓榮泰) versicherte jedoch, dass die Produktionspläne in Taiwan nicht nur unverändert blieben, sondern weiter ausgebaut würden. „Taiwan bleibt das Herzstück von TSMCs Forschung und Entwicklung“, erklärte Cho. Die bestehenden und geplanten Investitionen innerhalb Taiwans liefen wie vorgesehen weiter. Er rief dazu auf, in wirtschaftspolitischen Fragen Geschlossenheit zu zeigen, um Taiwans führende Position in der Chipindustrie zu sichern.

Ein besonders umstrittenes Thema ist die Frage, ob der Ausbau von TSMCs Präsenz in den USA zu einem Technologietransfer führen könnte. Wirtschaftsminister J. W. Kuo (郭智輝) stellte klar, dass die fortschrittlichsten und strategisch wichtigsten Technologien in Taiwan bleiben werden. Der Forschungsstandort in den USA diene primär der Prozessoptimierung und der Verbesserung der Produktionsqualität, nicht der Verlagerung von Schlüsseltechnologien. „Das Ziel ist, die Produktionsausbeute zu verbessern – nicht, Know-how abzutreten“, betonte Kung.

Taiwans Chip-Industrie ist eng mit Fragen der nationalen Sicherheit verknüpft. Die Schlüsselrolle des Landes in der Halbleiterproduktion wird oft als 'Silicon Shield' bezeichnet – die Idee, dass Taiwans technologische Vormachtstellung ein strategischer Schutz ist. Ein militärischer Angriff Chinas auf Taiwan würde die weltweite Lieferkette für Chips massiv stören und schwerwiegende wirtschaftliche Folgen für die USA und andere Länder haben. Daher besteht ein großes Interesse daran, den Status quo in der Taiwanstraße zu bewahren.

Die enge Verzahnung von Technologie und Sicherheitspolitik zeigt sich auch in Taiwans Verteidigungsstrategie. Während Taiwan darauf bedacht ist, seine technologische Vormachtstellung zu bewahren, werden Waffenverkäufe aus den USA zunehmend als Teil geopolitischer Verhandlungen betrachtet. Taiwan betont jedoch, dass wirtschaftliche und militärische Unabhängigkeit Hand in Hand gehen müssen. 'Ein starkes Taiwan ist der beste Garant für Frieden', erklärte Premierminister Cho.

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