Taipei – 25. März 2025. Taiwans Verteidigungsminister Wellington Koo (顧立雄) sagt, dass Taiwan und die internationale Gemeinschaft nicht untätig bleiben werden, falls China Taiwan blockieren sollte. Zuvor hatte das Wall Street Journal berichtet, dass Chinas Streitkräfte auf eine Einkreisung Taiwans vorbereitet seien. In seiner Rede vor der Legislative am Dienstag sagte Koo, Taiwan habe alle möglichen Szenarien sorgfältig analysiert und geplant und werde die Bedrohung durch Peking nicht unterschätzen.
Dem Bericht des Wall Street Journal zufolge könnte China eine fünfstufige Strategie anwenden, um Taiwan zu isolieren und es zur Unterwerfung zu zwingen. Dem Bericht zufolge geben die jüngsten chinesischen Militärübungen Aufschluss darüber, wie eine solche Blockade durchgeführt werden könnte.
Koo sagte daraufhin, Taiwans Militär beobachte alle Entwicklungen genau und sei auf jede mögliche Aktion vorbereitet. Er fügt hinzu, dass China zwar in der Lage wäre, eine solche Blockade durchzuführen, diese aber erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft hätte. Da mehr als 50 % des Welthandels über den indopazifischen Raum abgewickelt werden, würde jede Störung die internationale Stabilität und den Wohlstand beeinträchtigen. Er zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass die Weltgemeinschaft einer solchen Eskalation nicht tatenlos zusehen würde.
Im Hinblick auf einen kürzlich erschienenen Bericht einer amerikanischen Denkfabrik, in dem vor Chinas fortgesetzter offener und verdeckter politischer Kriegsführung gegen Taiwan gewarnt wird, sagt Koo, dass Taiwan bereits Maßnahmen ergreift, um Chinas Unterwanderungsversuchen entgegenzuwirken. Er wies darauf hin, dass Präsident Lai Ching-te (賴清德) 17 Initiativen eingeführt hat, die darauf abzielen, chinesische Einflussnahme zu verhindern und gleichzeitig eine größere Einheit innerhalb der taiwanischen Gesellschaft zu fördern.
Koo bekräftigte Taiwans Engagement für den Frieden und die Aufrechterhaltung des Status quo in der Taiwanstraße und betonte, dass es China und nicht Taiwan ist, das die regionale Stabilität untergräbt.