Taipei, 26. März - Der in Taiwan ansässige chinesische Autor Fu Cha (富察), mit bürgerlichem Namen Li Yanhe (李延賀), wurde in China zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt. Das teilte das chinesische Büro für Taiwan-Angelegenheiten heute mit. Die Verurteilung erfolgte durch das Volksgericht in Shanghai, das Fu Cha am 17. Februar wegen „Anstiftung zur Spaltung des Staates“ schuldig sprach. Neben der Haftstrafe wurden ihm seine politischen Rechte für ein Jahr entzogen und eine Geldstrafe in Höhe von 50.000 Yuan (6350 Euro) verhängt.
Fu Cha, der Chefredakteur des taiwanischen Verlags Gusa Publishing (八旗文化), war 2023 nach China gereist, um Verwandte zu besuchen und die Abmeldung seines chinesischen Haushaltsregisters abzuwickeln, als er dort festgenommen wurde. Laut Angaben des Taiwan-Büros hat Fu Cha die Anklage akzeptiert und auf eine Berufung verzichtet. Der Sprecher des chinesischen Büros für Taiwan-Angelegenheiten, Chen Bin-hua (陳斌華), erklärte, dass während der Haftzeit die gesetzlichen Rechte des Verurteilten und seiner Familie gewahrt würden.
Die taiwanische Regierung hat den Fall wiederholt kritisiert und Chinas Justizsystem in Frage gestellt. China wies diese Kritik zurück und beschuldigte die taiwanische Regierung, den Fall zu politisieren, um Chinas Rechtsordnung zu diskreditieren. Die Verurteilung von Fu Cha hat international Besorgnis über Meinungsfreiheit und Menschenrechte in China ausgelöst.
FuCha war auch Moderator bei Radio Taiwan International. In seinem Verlag hat er unter anderem gegenüber der Kommunistischen Partei Chinas kritische Bücher veröffentlicht.