Taipei – 31. März 2025. Taiwans Premierminister Cho Jung-tai (卓榮泰) hat Präsident Lai Ching-te (賴清德) am gestrigen Sonntag über mögliche Auswirkungen des von US-Präsidenten Donald Trump angekündigten “Liberation Day” informiert.
“Liberation Day” nennt Trump den 2. April, an dem er plant, eine lange Reihe an Zöllen einzuführen. Die Details sind bisher unbekannt, jedoch hat Trump während des Wahlkampfs mehrfach davon gesprochen, universelle Zölle von zehn oder zwanzig Prozent einzuführen. Seit Amtsantritt spricht er stattdessen von reziproken Zöllen, das heißt Zölle, die vermeintliche Ungleichheiten oder Ungerechtigkeiten ausgleichen sollen.
In jedem Falle wäre Taiwan betroffen. Mehrfach hat Trump Taiwan vorgeworfen, den USA die Chipindustrie gestohlen zu haben. Auch verzeichnet Taiwan einen bedeutenden Handelsüberschuss mit den USA, ein weiterer Punkt, der Trump dazu bewegen könnte, Zölle gegen Taiwan einzuführen.
Regierungssprecherin Karen Kuo (郭雅慧) erklärte heute, dass Premierminister Cho am Vorabend gemeinsam mit Vizepremierministerin Cheng Li-chun (鄭麗君) und weiteren Mitgliedern der Wirtschaftskommission den Präsidenten über die aktuelle Lage sowie über verschiedene Szenarien und mögliche Gegenmaßnahmen unterrichtet habe.
Konkrete Maßnahmen der taiwanischen Regierung wurden noch nicht genannt, jedoch gab das Büro für Handelsverhandlungen der Regierung in einer Separaten Stellungnahme bekannt, sich seit bereits über zwei Monaten auf US-Zölle vorzubereiten. Man habe bereits umfassende Maßnahmen vorbereitet.