Taipei – 1. April 2025. Chinas Militär hat am Dienstag groß angelegte Manöver in der Umgebung Taiwans abgehalten, die es als „ernste Warnung und wirksame Abschreckung gegen die taiwanischen Unabhängigkeitskräfte“ bezeichnete. Die Übungen umfassten koordinierte Operationen von Armee, Marine, Luftwaffe und Raketentruppen, wobei die Manöver darauf abzielten, sich Taiwan aus mehreren Richtungen zu nähern.
Taiwans Regierung verurteilte die Manöver als Aktionen, die die Spannungen in der Region verschärfen. Die Sprecherin des Präsidialamtes, Karen Kuo (郭雅慧), sagte, Präsident Lai Ching-te (賴清德) habe die nationalen Sicherheits- und Verteidigungsbehörden bereits angewiesen, die Situation genau zu beobachten und alle notwendigen Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Sie sagte, dass China nicht nur in der Nähe von Taiwan, sondern auch in internationalen Gewässern in der Nähe von Neuseeland, Australien, Japan, Südkorea und den Philippinen einseitige militärische Provokationen und Grauzonentaktiken durchgeführt habe. Die Sicherung von Frieden und Stabilität in der Taiwanstraße und in der gesamten indo-pazifischen Region sei eine gemeinsame internationale Verantwortung. Sie appelliert an China, zu einer auf Regeln basierenden internationalen Ordnung zurückzukehren und zu Sicherheit, Stabilität und Wohlstand in der Region beizutragen.
Premier Cho Jung-tai (卓榮泰) versicherte, Taiwans Verteidigungsbehörden seien in höchster Alarmbereitschaft und würden nicht zulassen, dass die Übungen der PLA die Stabilität des Landes, einschließlich des See- und Luftverkehrs rund um die Insel, stören. Als Reaktion auf die Aktionen Pekings sagte er, dass die ständige Zurschaustellung militärischer Stärke in den heutigen fortschrittlichen Gesellschaften nichts zu suchen habe. In Zeiten sich verändernder globaler Wirtschaftsdynamik sollten sich verantwortungsbewusste Regierungen auf das Wohlergehen ihrer eigenen Bevölkerung konzentrieren, anstatt ihre militärische Macht zu demonstrieren.
Taiwans Verteidigungsminister Wellington Koo (顧立雄) gab weitere Einzelheiten zu Taiwans Reaktion bekannt und enthüllte, dass das Militär schon Tage vor der offiziellen Ankündigung der Übungen die Bewegungen der Chinesen, einschließlich des Flugzeugträgers Shandong, verfolgt habe. Er sagte, die laufenden Manöver der Kampfbereitschaftspatrouillen und des Flugzeugträgers Shandong würden überwacht. Er fügte hinzu, dass ein Reaktionszentrum eingerichtet worden sei und Taiwans Streitkräfte geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen hätten, indem sie Luft-, See- und Raketenabwehrmittel einsetzten, um potenzielle Bedrohungen zu überwachen und auf sie zu reagieren.
Auch Taiwans Außenministerium verurteilte das Vorgehen Pekings scharf und betonte, dass wiederholte militärische Übergriffe das internationale Ansehen Chinas untergraben. Der Sprecher des Außenministeriums, Hsiao Kuang-wei (蕭光偉), sagte, Chinas aggressive Manöver in der Taiwanstraße und im Indopazifik untergraben die Stabilität der Taiwanstraße und der Region. Das Ministerium betont, dass die Aufrechterhaltung von Frieden und Stabilität in der Taiwanstraße ein internationaler Konsens ist und den Interessen aller Parteien entspricht. Es fordert Peking dringend auf, seine Provokationen einzustellen und zum diplomatischen Dialog zurückzukehren.