Taipei, 02. April - Die taiwanische Polizei hat eine Serie schwerer Hackerangriffe aufgedeckt. Wie das Kriminalamt heute mitteilte, wurde das Mackay Memorial Krankenhaus Anfang Februar von einem Hacker namens „Crazyhunter“ angegriffen. Der Täter forderte Lösegeld, um die blockierten Computer wieder freizugeben. Als das Krankenhaus nicht zahlte, veröffentlichte der Hacker Ende Februar persönliche Daten von Patienten im Internet. Die Polizei konnte nun den Täter identifizieren: Es handelt sich um einen 20-jährigen Mann namens Luo aus der chinesischen Provinz Zhejiang. Gegen ihn wurde bereits ein Haftbefehl erlassen.
Lin Jian-long (林建隆), Leiter des Zentrums für Cyberkriminalität beim Kriminalamt, erklärte, dass neben dem Mackay Krankenhaus noch zehn weitere Einrichtungen betroffen waren. Dazu gehören andere Krankenhäuser, Schulen und börsennotierte Unternehmen. Die Ermittler analysierten die IP-Adressen und Methoden der Angriffe und konnten so den Täter eindeutig identifizieren. Luo arbeitet bei einer chinesischen Firma für Cybersicherheit und nutzte seine Kenntnisse, um die Angriffe durchzuführen. Er veröffentlichte sogar im Darknet eine Liste seiner Opfer und die geforderten Lösegelder.
Die Polizei betonte, dass solche Angriffe die öffentliche Sicherheit gefährden und Angst in der Bevölkerung verbreiten. Luo wird nun wegen Erpressung, Computerkriminalität und Verstößen gegen den Datenschutz gesucht. Die Behörden kündigten an, ihn mit allen Mitteln zur Verantwortung zu ziehen. Der Fall wurde an die Staatsanwaltschaft in Taipei übergeben.