Taipei, 02. April - China hat gestern erneut eine große Militärübung rund um Taiwan gestartet. Die Übung trägt den Namen „Strait Thunder 2025A“. Taiwans Außenminister Lin Chia-lung (林佳龍) dankte heute den USA und der Europäischen Union für ihre klaren Stellungnahmen. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor betont, wie wichtig Frieden und Stabilität in der Taiwanstraße seien. Auch die EU äußerte sich besorgt und forderte China auf, keine Gewalt oder Drohungen einzusetzen, um die Lage zu verändern.
Taiwans Verteidigungsministerium erklärte, dass China allein heute 27 Militärflugzeuge und 13 Kriegsschiffe rund um Taiwan eingesetzt habe. Elf Flugzeuge überquerten dabei die Mittellinie der Taiwanstraße. Gestern waren 71 Militärflugzeuge, 21 Kriegsschiffe und 4 Küstenwachschiffe beteiligt. Zudem wurde der chinesische Flugzeugträger „Shandong“ etwa 190 Seemeilen südlich von Taiwan (gestern 220 Seemeilen südöstlich) gesichtet. Das Verteidigungsministerium betonte, dass Taiwan die Lage genau beobachte und jederzeit bereit sei, auf Bedrohungen zu reagieren. Die taiwanische Küstenwache berichtete außerdem, dass chinesische Küstenwachschiffe unter dem Vorwand von „Routinekontrollen“ an der Übung teilnahmen und dabei gezielt provozierten. Des Weiteren sei gestern ein chinesischer Staatsbürger bei einem versuchten Grenzübertritt festgenommen worden, während vier chinesische Küstenwachschiffe in die Gewässer um die Matsu-Inseln eindrangen. Es wird vermutet, dass diese Vorfälle mit den laufenden Militärübungen in Verbindung stehen.
Taiwans Außenministerium erklärte, dass die internationale Gemeinschaft klar erkenne, wer in der Region für Spannungen sorge. Taiwan werde weiterhin eng mit den USA und anderen Partnern zusammenarbeiten, um Frieden und Stabilität zu sichern. Das Verteidigungsministerium kritisierte zudem, dass China mit solchen Übungen bewusst provoziere und militärische Konflikte leichtfertig riskiere. Taiwan rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, Chinas Verhalten genau zu beobachten und gemeinsam für eine friedliche Lösung einzutreten.