Taipei – 9. April 2025. Da eine Rückkehr chinesischer Touristen nicht absehbar ist, richtet Taiwans Regierung ihren Fokus zunehmend auf andere Länder. Verkehrsminister Chen Shi-kai (陳世凱) erklärte am 9. April im Parlament, man verzeichne bereits Zuwächse aus Japan, Südkorea, Europa und Nordamerika – diese Entwicklung wolle man weiter ausbauen.
Der Inlandstourismus hat sich weitgehend vom Pandemietief erholt, und auch Auslandsreisen der Taiwaner lagen 2023 bereits bei 98,5 % des Vorkrisenniveaus. Der internationale Besucherstrom bleibt jedoch aus: Mit 7,85 Millionen Gästen erreichte Taiwan nur zwei Drittel der Zahlen von 2019. Südkorea kam auf 94 %, Japan stellte mit 36,87 Millionen Touristen sogar einen neuen Rekord auf.
DPP-Abgeordneter Lee Kun Tse (李昆澤) warnte davor, die Erholung des Tourismussektors von China abhängig zu machen. Taiwan müsse auf Angebotsqualität und regionale Besonderheiten setzen, nicht auf politische Entwicklungen.
Chen betonte, die Besucherzahlen aus Europa und Ostasien seien bereits um 20 bis 40 % gestiegen. Ziel sei es, diese Märkte weiter zu stärken – Vorbild sei dabei unter anderem Japan.
Zur Frage möglicher Auswirkungen der neuen US-Zollpolitik unter Donald Trump auf den Tourismussektor sagte Chen, man beobachte die Entwicklungen, konkrete Auswirkungen seien derzeit aber noch nicht absehbar.