Taipei – 9. April 2025. Taiwans Einwanderungsbehörde fordert zahlreiche in Taiwan ansässige Ehepartner aus China auf, innerhalb von drei Monaten die Aufgabe ihrer chinesischen Haushaltsregistrierung nachzuweisen. Andernfalls drohen der Entzug der Aufenthaltsgenehmigung und die Streichung aus dem Melderegister. Die Maßnahme betrifft rund 10.000 Personen und stößt auf Kritik im Parlament.
Einwanderungsbehörde und Festlandkommission verweisen auf die gesetzliche Grundlage: Laut einer seit 2004 gültigen Vorschrift dürften darf keiner eine gleichzeitige Haushaltsregistrierung in Taiwan und China besitzen. Diese Regel sei bisher nur bei Einzelfällen angewendet worden, werde nun aber systematisch durchgesetzt.
Insgesamt leben über 140.000 eingebürgerte Personen aus China in Taiwan. Behördenvertreter räumten ein, dass viele Betroffene praktische Schwierigkeiten haben, die geforderten Nachweise zu beschaffen.
DPP-Abgeordneter Chuang Jui-hsiung (莊瑞雄) kritisierte das Vorgehen als unverhältnismäßig und forderte vereinfachte Verfahren für langjährig in Taiwan lebende, unbescholtene Personen. Denkbar sei etwa eine eidesstattliche Erklärung statt offizieller Nachweise.
Chen kündigte an, bei Härtefällen Unterstützung zu prüfen. Eine Kontaktstelle sei eingerichtet worden. Die Behörden wollen individuelle Lösungen ermöglichen, sofern die vorgebrachten Gründe plausibel seien.