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USA führen 32 %-Zölle ein – Taiwan warnt vor Wachstumsbremse und reagiert mit Milliardenhilfen

  • 09-04-2025
USA führen 32 %-Zölle ein – Taiwan warnt vor Wachstumsbremse und reagiert mit Milliardenhilfen
Wirtschaftsminister Kung Chih-hui (郭智輝, rechts) erklärte am 9. April im Parlament, Taiwan bereite sich gezielt auf die Gespräche mit den USA zu den neuen Strafzöllen vor. Es würden Informationen über mögliche Exportprodukte gesammelt, und Taiwan stehe auf der Prioritätenliste Washingtons weit oben. Auch konkrete Investitionspläne in den USA seien Teil der Verhandlungen. Links im Bild: Paul Liu (劉鏡清), Vorsitzender der Kommission für Landesentwicklung (Foto: CNA)

Taipei – 9. April 2025. Die US-Regierung erhebt seit dem heutigen Mittwoch sogenannte „Vergeltungszölle“ in Höhe von 32 Prozent auf Produkte aus Taiwan. Besonders betroffen sind traditionelle Industriezweige sowie kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), während die Hightech-Branche vergleichsweise unberührt bleibt. Die taiwanische Regierung stellt ein Hilfspaket im Umfang von 88 Milliarden Taiwan-Dollar (etwa 2,4 Milliarden Euro) bereit. Sollten die laufenden Verhandlungen mit den USA nicht zu einer Einigung führen, sollen die Hilfen ausgeweitet werden.

Laut dem Vorsitzenden der Kommission für Landesentwicklung , Paul Liu (劉鏡清), könnten die Zölle das Wirtschaftswachstum Taiwans um bis zu 1,61 Prozentpunkte senken. Das angestrebte Jahreswachstum von drei Prozent sei unter diesen Bedingungen kaum noch zu halten. 

Einige Sektoren zeigen sich dennoch robust. Serverhersteller etwa profitieren von hohen Gewinnmargen und einer starken Marktstellung. In vielen Fällen tragen die ausländischen Markenauftraggeber – meist große US-Techkonzerne – die Zolllast. Taiwans Serverhersteller gelten aufgrund ihrer technischen Spezialisierung und der engen Verzahnung mit internationalen Lieferketten als schwer ersetzbar. Ein kurzfristiger Wechsel der Bezugsquellen wäre für viele US-Firmen mit erheblichen Kosten und Aufwand verbunden. Zudem verfügen einige taiwanische Produzenten über alternative Fertigungsstandorte im Ausland, etwa in Mexiko, womit sich Zölle teilweise umgehen lassen. Auch Ersatzteile im Automobilbereich gelten als vergleichsweise unempfindlich. Die staatliche Unterstützung richtet sich daher vorrangig an strukturell schwächere Branchen. Parallel sollen Unternehmen bei der Diversifizierung ihrer Lieferketten gezielt gefördert werden. Viele taiwanische Firmen verlagern ihre Produktion bereits in aufstrebende Märkte wie Indien oder die Türkei – eine Entwicklung, die die Regierung aktiv begleitet.

Auch das Arbeitsministerium reagiert mit zusätzlichen Maßnahmen zur Sicherung von Arbeitsplätzen. Bestehende Programme im Umfang von 15 Milliarden Taiwan-Dollar sollen überarbeitet und präziser eingesetzt werden. Arbeitsminister Hung Sun-han (洪申翰) kündigte an, die Unterstützung regional anzupassen und an Bedingungen wie Beschäftigungssicherung zu knüpfen, um Missbrauch zu vermeiden.

Trotz der Herausforderungen sieht Paul Liu gute Voraussetzungen für Taiwan in den Handelsgesprächen mit den USA. Die enge industrielle Verflechtung, die gegenseitige wirtschaftliche Abhängigkeit sowie die gute politische Beziehungen zwischen beiden Ländern gäben Taiwan Vorteile. Auch zahlreiche US-Unternehmen hätten sich öffentlich zugunsten Taiwans geäußert.

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