Taipei – 10. April 2025. Abgeordnete der Oppositions- und Regierungsparteien haben heute im Wirtschaftsausschuss des taiwanischen Parlamentes Sorgen ausgedrückt, dass die amerikanischen Zölle auf chinesische Waren zu Dumping und Verschleierung des Herkunftslandes führen könnten. Am Mittwoch hatte Trump eine sofortige Aussetzung der gerade in Kraft getretenen Zölle für einen Zeitraum von 90 Tagen angekündigt. Die auf chinesische Waren erhobenen Zölle fallen jedoch nicht darunter und wurden stattdessen auf 125% angehoben.
Der taiwanische Wirtschaftsminister Kuo Jyh-huei (郭智輝) stellte heute fünf Maßnahmen vor, um möglichen Versuchen Chinas, die Herkunft ihrer Waren zu verschleiern, entgegenzuwirken. Zum einen werde man chinesische Warenlieferungen an Taiwan und taiwanische Warenlieferungen an die USA stärker kontrollieren. Gleichzeitig werde man Firmen besser informieren und eine Liste mit Firmen veröffentlichen, die gegen die Regeln verstoßen haben. Im Fall von Verstößen werde man strenge Strafen verhängen. Die Regierung werde außerdem Anti-Dumping Maßnahmen ergreifen.
Im Finanzausschuss des taiwanischen Parlaments wurde heute über eine mögliche Änderung der Regelung für die zollfreie Einfuhr von Waren unter einem Wert von 2000 Taiwandollar (ca. 55 Euro) diskutiert. Nachdem die USA ihre “de minimis”-Regel für Waren unter 800 USD aus der Volksrepublik China und Hongkong abgeschafft haben, besteht die Sorge, dass nun mehr Waren über Taiwan verschifft werden könnten. Damit könnten inländische Produzenten benachteiligt werden und der Markt verzerrt werden. Derzeit können taiwanische Steuerzahler innerhalb eines halben Jahres sechs Mal zollfrei Waren unter einem Wert von 2000 Taiwandollar einführen.