Taipei – 10. April 2025. Der taiwanische Außenminister Lin Chia-lung (林佳龍) sieht die vorübergehende Reduzierung der US-amerikanischen Strafzölle als Chance, durch intensive Verhandlungen die Beziehungen mit den USA zu vertiefen.
Der US-amerikanische Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch verkündet, die meisten der gerade in Kraft getretenen Zölle auf ausländische Waren für einen Zeitraum von 90 Tagen zu pausieren. In der Zwischenzeit soll ein pauschaler Zollsatz von 10% gelten. Gegenüber Importen aus Taiwan war ursprünglich ein Zollsatz von 32% verhängt worden.
Bei einer Befragung im Parlament sagte der taiwanische Außenminister Lin Chia-lung heute, man habe nun 90 Tage mehr Zeit, mit den USA zu verhandeln. Er hoffe, dass man in wirtschaftlicher Hinsicht mit den USA zusammen ein Team bilden könne. Er sagte:
“Wir hoffen nicht nur passiv auf Trumps reziproke Zölle zu reagieren, sondern dass es uns gelingt, die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen Taiwan und den USA zu öffnen, insbesondere durch das von Präsident Lai erwähnte Team „Taiwanische Investitionen in den USA””
Er sagte weiter, man hoffe, dass man in der Lage sein werde, den riesigen Markt in den USA zu nutzen, der über hervorragende Technologie, Kapital und Talente verfüge. Damit könne die taiwanische Industrie eine günstigere Position bei der Umstrukturierung der globalen Lieferkette einnehmen.
Der taiwanische Premierminister Cho Jung-tai (卓榮泰) sagte heute in einer Kabinettssitzung, die Regierung werde die 90 Tage nutzen, um direkt und effektiv mit den USA zu kommunizieren. An den angekündigten 20 Maßnahmen zur Unterstützung der taiwanischen Industrie werde sich nichts ändern. Der taiwanische Wirtschaftsminister Kuo Jyh-huei (郭智輝) sagte derweil bei einer Sitzung des Wirtschaftsausschusses des Parlaments, er glaube, Taiwan werde Teil der ersten Verhandlungswelle der USA sein.