Taipei – 11. April 2025. Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot hat bei einer Senatsanhörung am 9. April erstmals seit seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr öffentlich zur Taiwan-Frage Stellung genommen. In der Sitzung des außen- und verteidigungspolitischen Ausschusses betonte Barrot, Frankreich messe der Stabilität in der Taiwanstraße und dem Recht auf freie Schifffahrt in der Region große Bedeutung bei. Man lehne jede einseitige Veränderung des Status quo durch Gewalt oder Drohung entschieden ab.
Barrot reagierte damit auf jüngste chinesische Militärübungen rund um Taiwan Anfang April. Er verwies auf die gemeinsame Erklärung der G7-Außenminister vom 3. April, in der die großangelegten Manöver deutlich kritisiert wurden.
Barrot erklärte, dass Frankreich trotz seiner Ein-China-Politik enge institutionelle Kontakte zu Taiwan unterhalte. Zwar habe bislang kein französischer Regierungsvertreter Taiwan besucht, doch der Austausch zwischen offiziellen Stellen beider Seiten sei intensiv.
Barrots Auftritt im Senat reiht sich in eine Reihe jüngster diplomatischer Signale Frankreichs im Zusammenhang mit Taiwan ein. Sein nun deutlich offenerer Ton hinsichtlich eines möglichen Ministerbesuchs in Taiwan wird in Taiwan als Zeichen wachsender Unterstützung für Stabilität und Dialog mit Taiwan gewertet.