Taipei, 16. April - Die Zahl der Fälle von Kindesmisshandlung in Taiwan steigt weiter an, obwohl die Geburtenrate sinkt. Laut dem Gesundheitsministerium wurden im Jahr 2024 insgesamt 2.425 Fälle gemeldet, von denen 93 Prozent innerhalb der Familie stattfanden. In über 80 Prozent der Fälle waren die Eltern die Täter. Fast die Hälfte der Misshandlungen waren körperlicher Art. Die Hauptursache für die Misshandlungen war das Unvermögen der Eltern, mit den alltäglichen Bedürfnissen und Verhaltensweisen der Kinder umzugehen, was 52% der Fälle ausmachte.
Um dem entgegenzuwirken, hat das Gesundheitsministerium das Programm „Erziehungsberatung“ ausgeweitet. Familien mit Kindern unter sechs Jahren können nun kostenlose Unterstützung durch Erziehungsberater beantragen, die entweder telefonische Beratung anbieten oder direkt zu ihnen nach Hause kommen. Das Programm bietet praktische Hilfe wie Erziehungshilfen, Unterstützung bei der Essenszubereitung, Haushaltsführung und Beratung für Ersteltern.
Laut Zhou Daojun (周道君), stellvertretender Direktor der Sozial- und Familienabteilung des Gesundheitsministeriums, war das Programm ursprünglich auf benachteiligte Familien beschränkt. Aufgrund der steigenden Zahl von Missbrauchsfällen, die in einigen Fällen sogar tödlich endeten, wurde es jedoch auf alle Familien mit kleinen Kindern ausgeweitet. Ziel ist es, Eltern besser auf die Herausforderungen der Kindererziehung vorzubereiten und Misshandlungen zu verhindern.