Taipei, 18. April - Die taiwanische Wirtschaft könnte in diesem Jahr ein Wachstum von unter 2 Prozent erleben, so die Prognose des Taiwanischen Instituts für Wirtschaftsforschung (CIER), das heute seine neuesten Berechnungen vorstellte. Grund dafür sind die Unsicherheiten durch die Zollpolitik der USA, insbesondere die von Präsident Donald Trump angekündigten „gegenseitigen“ Zölle. Diese betreffen Länder mit großen Handelsüberschüssen gegenüber den USA, darunter auch Taiwan. Laut CIER-Präsident Lien Hsien-ming (連賢明) wurden drei Szenarien für das Wirtschaftswachstum 2025 entwickelt: ein optimistisches, ein neutrales und ein pessimistisches Szenario.
Im optimistischen Fall, bei dem die Zölle auf taiwanische Produkte bei 10 Prozent bleiben, könnte das Wirtschaftswachstum 2,85 Prozent erreichen. Das neutrale Szenario, das als am wahrscheinlichsten gilt, geht von einem Wachstum von 1,66 Prozent aus, falls die Zölle nach einer 90-tägigen Pause auf 15 Prozent steigen. Im schlimmsten Fall, etwa bei einer globalen Rezession, könnte das Wachstum auf 0,16 Prozent sinken. Lien betonte jedoch, dass dieses pessimistische Szenario nur eine geringe Wahrscheinlichkeit von 10-20 Prozent habe.
Die Regierung Taiwans beobachtet die Situation genau und hat Maßnahmen angekündigt, um die Wirtschaft zu unterstützen. Dazu gehören finanzielle Hilfen, die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit und die Erschließung neuer Märkte. Insgesamt sollen 88 Milliarden Taiwan-Dollar investiert werden, um die Auswirkungen der globalen Unsicherheiten abzufedern. Lien betonte, dass Taiwan trotz der Herausforderungen weiterhin ein wichtiger Akteur in der globalen Lieferkette bleiben müsse.