Taipei, 23. April - Nach dem umstrittenen Tod eines taiwanischen Schwarzbären am 21. April in Hualien hat die Forst- und Naturschutzbehörde des Landwirtschaftsministeriums heute erklärt, dass die Population der Tiere in den letzten 20 Jahren deutlich zugenommen hat. Obwohl der Schwarzbär weiterhin als gefährdete Art gilt, sei die Gefahr des Aussterbens inzwischen gebannt. Der Vorfall ereignete sich, nachdem ein Bär mehrfach in einem Dorf Hühner und Hunde gerissen hatte. Aus Sicherheitsgründen wurde er von einer Patrouille erschossen.
Die Behörde erklärte, dass der Einsatz von Betäubungsgewehren in solchen Situationen schwierig sei, da diese nur unter Anleitung eines Tierarztes mit entsprechender Lizenz verwendet werden dürfen. Zudem sei die Situation vor Ort zu gefährlich gewesen, um auf andere Maßnahmen zurückzugreifen. Der Bär, der über 100 Kilogramm wog, hatte sich an die Nähe von Menschen gewöhnt und zeigte keine Anzeichen, das Dorf zu verlassen. Die Forstbehörde wies darauf hin, dass die Sicherheit der Menschen in solchen Situationen oberste Priorität habe.
Laut der Forstbehörde hat sich die Population der Schwarzbären in Taiwan in den letzten Jahren erholt. Die Tiere breiten sich zunehmend von den mittleren und hohen Bergregionen in niedrigere Höhenlagen aus. In den letzten fünf Jahren wurden Schwarzbären häufiger in Gebieten unterhalb von 1200 Metern gesichtet. Die Behörde betonte, dass der Schutz der Tiere und die Unterstützung von Gemeinden in betroffenen Regionen entscheidend seien, um ein harmonisches Zusammenleben zu ermöglichen.
Darüber hinaus wurde in Taitung erstmals ein taiwanischer Schwarzbär im südlichsten Teil der Region gesichtet. Vier Personen beobachteten ein Jungtier auf dem Jingshuiying-Wanderweg, während sie gleichzeitig das Brüllen einer Mutterbärin aus dem umliegenden Wald hörten. Die Forst- und Naturschutzbehörde bestätigte heute, dass dies der südlichste Nachweis eines Schwarzbären in Taiwan ist.
Die Vorfälle zeigen, wie wichtig es ist, geeignete Maßnahmen zu entwickeln, um Konflikte zwischen Mensch und Tier zu minimieren und gleichzeitig den Schutz der Schwarzbären zu gewährleisten.