Taipei – 25. April 2025. Taiwan hat den ehemaligen Vizepräsidenten Chen Chien-jen (陳建仁) als Sondergesandten zum Trauergottesdienst für Papst Franziskus entsandt. Präsident Lai Ching-te beauftragte Chen, am 26. April im Namen der Republik China (Taiwan) an der Zeremonie im Vatikan teilzunehmen. Kurz vor seiner Abreise erklärte Chen, er hoffe, dass der verstorbene Papst „aus dem Himmel über die Beziehungen zwischen Taiwan und dem Heiligen Stuhl wache“ und dass diese Partnerschaft dauerhaft Bestand habe.
Chen Chien-jen, selbst praktizierender Katholik und ehemaliger Gesundheitsminister, war dem Papst persönlich verbunden: Er traf Franziskus insgesamt sechsmal und wurde von ihm in die renommierte Päpstliche Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Am Abend des 24. April trat er seine Reise nach Rom an und sprach vor dem Abflug am Flughafen Taoyuan mit der Presse. Er betonte, seine Teilnahme sei Ausdruck der tiefen Freundschaft zwischen Taiwan und dem Vatikan.
In seiner Ansprache hob Chen die weltweite Bedeutung des verstorbenen Kirchenoberhaupts hervor. Franziskus habe sich zeitlebens für Frieden, universelle Werte und humanitäre Hilfe eingesetzt – und sei damit ein Vorbild für viele Staats- und Religionsführer gewesen. Chen erklärte, er spreche auch im Namen des taiwanischen Volkes sowie aller katholischen Gläubigen auf der Insel, wenn er dem Papst die letzte Ehre erweise.
Besonders hob Chen die einfache Lebensweise und das soziale Engagement des Papstes hervor. Franziskus habe sich stets für Freiheit, Demokratie und den globalen Klimaschutz eingesetzt. Von ihm habe er gelernt, was es bedeute, ein verantwortungsvoller Anführer zu sein.