Taipeh, 28. April (CNA) – Die japanische Parlamentsabgeordnete und ehemalige Ministerin Sanae Takaichi hat ein regionales "Quasi-Sicherheitsbündnis" vorgeschlagen.
Die japanische Parlamentsabgeordnete Sanae Takaichi war von 2022 bis 2024 Ministerin für Wirtschaftliche Sicherheit Japans.
Sanae Takaichi ist langjähriges Mitglied der Liberaldemokratischen Partei (LDP) und unterlag im vergangenen Jahr in einer Stichwahl knapp dem amtierenden Premierminister Shigeru Ishiba.
Sanae Takaichi sagte heute bei einem Forum in Taipei, viele Japaner hegten fälschlicherweise den Glauben, dass die USA Japan auf der Basis des Sicherheitsabkommens zwischen den USA und Japan aus dem Jahr 1960 bedingungslos verteidigen würden. Doch US-Präsident Donald Trump habe nach seiner Rückkehr ins Präsidentenamt Anfang des Jahres wiederholt widersprüchliche Aussagen über das Abkommen gemacht. Dies habe zu Zweifeln geführt, ob die USA im Ernstfall Japan wirklich verteidigen würden.
In ihrer heutigen Rede sagte Sanae Takaichi, sie habe stets dazu aufgerufen, Japans Fähigkeiten zur Selbstverteidigung zu stärken. Taiwan und Japan befänden sich in einer ähnlichen Situation und müssten beide ihre Verteidigungsfähigkeiten ausbauen.
Angesichts der derzeitigen globalen Lage könne sich kein Land allein auf den Schutz durch ein anderes verlassen. Während jedes Land seine eigene Verteidigung stärken müsse, sollten gleichgesinnte Partner ihre Kräfte bündeln, um Herausforderungen gemeinsam zu begegnen.
Japan, Taiwan, Europa, Australien, Indien und andere Demokratien sollten zur gegenseitigen Sicherheit und zum gegenseitigen Schutz ein "Quasi-Sicherheitsbündnis" bilden.
Sie rief auch dazu auf, gemeinsam die wirtschaftliche Sicherheit zu stärken. Dazu gehörten strategische Partnerschaften in der Halbleiter-Lieferkette sowie Zusammenarbeit bei aufstrebenden Technologien wie Künstlicher Intelligenz.
Wie Taiwans Außenministerium mitteilte, ist Takaichi gestern zu einem dreitägigen Besuch in Taiwan eingetroffen. Ihrer Delegation gehören außerdem die japanischen Abgeordneten Hitoshi Kikawada und Masanao Ozaki sowie das Mitglied des japanischen Oberhauses Kei Sato an.
Nach Angaben Takaichis traf die Delegation heute mit Präsident Lai Ching-te (賴清德), Parlamentspräsident Han Kuo-yu (韓國瑜), der ehemaligen Präsidentin Tsai Ing-wen (蔡英文) und taiwanischen Parlamentsabgeordneten unterschiedlicher Parteien zusammen.