Taipei – 2. Mai 2025. Eine taiwanische Parlamentsdelegation hat sich am gestrigen Donnerstag in Washington D.C. mit US-Vertretern getroffen. Im Fokus standen unter anderem Sorgen über die Weitergabe von Hightech-Chips an von den USA sanktionierte Drittstaaten.
Bei einem Treffen mit dem Bureau of Industry and Security im US-Handelsministerium, äußerten die US-Seite Bedenken, dass chinesische Produkte bei der Einfuhr in die USA fälschlich als taiwanisch deklariert würden. Zudem bestehe die Gefahr, dass taiwanische Chips über Umwege in die Hände von Empfängern gelangen, die unter US-Sanktionen stehen.
Taiwans Vertreter betonte, dass Taiwan gewillt sei, den USA entgegenzukommen. Er kritisierte gleichzeitig, dass Taiwans Ausschluss aus internationalen Netzwerken wie Interpol die Strafverfolgung erschwere. Die Delegation habe deshalb eine engere Zusammenarbeit mit US-Behörden vorgeschlagen.
Ein konkreter Fall wurde in einem Reuters-Bericht vom 8. April genannt: Ein von dem taiwanischen Halbleiterhersteller TSMC gefertigter Chip soll in einem KI-Prozessor des chinesischen Unternehmens Huawei gelandet sein. Mutmaßlich liegt hiermit ein Verstoß gegen US-Sanktionen vor. Laut Bericht könnte TSMC eine Strafe von über einer Milliarde US-Dollar drohen.
Im Rahmen ihres Washington-Besuchs traf die Delegation auch die frühere Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi. Sie bekräftigte auf sozialen Medien die uneingeschränkte Unterstützung der USA für die Sicherheit, Demokratie und Wirtschaft Taiwans angesichts wachsender Drohungen aus Peking.