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Taiwans längste Prozession hat begonnen – die Baishatun-Mazu-Prozession

  • 02-05-2025
Taiwans längste Prozession hat begonnen – die Baishatun-Mazu-Prozession
Der Pilgerzug führt über mehr als 300 Kilometer vom Gongtian-Tempel im Ort Baishatun (白沙屯) bis zum Chaotian-Tempel (朝天宮) in Beigang (北港). Wie jedes Jahr wurden Route und Ablaufplan durch Orakelbefragung bestimmt. Dieses Jahr soll die Strecke innerhalb von 36 Stunden bewältigt werden. (Foto: CNA)

Taipei – 2. Mai 2025. Am frühen Morgen des heutigen Freitag hat in Taiwan die längste religiöse Pilgerreise des Landes begonnen. Über 329.000 Gläubige nehmen in diesem Jahr an der Baishatun-Mazu-Prozession teil – ein Rekord. 

Der Pilgerzug führt über mehr als 300 Kilometer vom Gongtian-Tempel im Ort Baishatun (白沙屯) bis zum Chaotian-Tempel (朝天宮) in Beigang (北港). Wie jedes Jahr wurden Route und Ablaufplan durch Orakelbefragung bestimmt. Dieses Jahr soll die Strecke innerhalb von 36 Stunden bewältigt werden.

Die Baishatun-Mazu-Prozession ist eine der ältesten religiösen Traditionen Taiwans. Sie dient der Verehrung von Mazu (媽祖), einer daoistischen Schutzgöttin, die ihre Ursprünge im 12. Jahrhundert hat. Während sie ursprünglich als Patronin für Fischer und Seeleute galt, wird sie heute von Gläubigen aller Lebensbereiche als Beschützerin angerufen. 

Schon am Tag zuvor versammelten sich zahlreiche Gläubige im und um den Gongtian-Tempel. Auch Präsident Lai Ching-te (賴清德) nahm persönlich an der Zeremonie teil. Am Abend ehrte er Mazu, bat um Schutz, Wohlstand und gutes Wetter für Taiwan und rief die Bevölkerung zu Mitgefühl und gesellschaftlichem Zusammenhalt auf. Zudem weihte er eine von ihm gestiftete Gedenktafel für den Tempel ein. Neben ihm waren auch zahlreiche lokale Spitzenpolitiker anwesend, darunter die Bürgermeisterin von Taichung, Lu Shiow-yen (盧秀燕), die Landrätin von Yunlin, Chang Li-shan (張麗善), und der Landrat von Miaoli, Chung Tung-chin (鍾東錦).

Die Prozession wird in Taiwan nicht nur als religiöses, sondern auch als gesellschaftliches Ereignis verstanden. Bürgermeisterin Lu Shiow-yen betonte in einem Interview, viele Menschen würden angesichts internationaler Unsicherheiten – insbesondere des Zollkonflikts mit den Vereinigten Staaten – um Taiwans wirtschaftliche Zukunft bangen. Die Teilnahme an der Prozession sei für viele Ausdruck der Hoffnung auf Frieden, Stabilität und Wohlstand.

Die feierliche Aufbruchszeremonie fand am 1. Mai um 23:25 Uhr statt. Kurz nach Mitternacht, um 00:03 Uhr, setzte sich die Sänfte mit der Mazu-Statue in Bewegung. Entlang der Strecke verabschiedeten Anwohner die Göttin mit Feuerwerk, Papiergirlanden und Altären. Mazu soll spätestens am Mittag des 3. Mai in Beigang eintreffen. Die Rückkehr zum Gongtian-Tempel ist für den 11. Mai geplant.

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