Taipei – 8. Mai 2025. Das taiwanische Außenministerium hat heute den Hitlervergleich von Eric Chu (朱立論), dem Vorsitzenden der Kuomintang Partei (KMT), kritisiert. Stellvertretender Außenminister Chen Ming-chi (陳明祺) sagte bei einer Befragung am heutigen Donnerstag, Hitler als politischen Vergleich heranzuziehen sei unangemessen.
Eric Chu hatte am gestrigen Mittwoch gesagt, das Vorgehen Lai Ching-tes gegen die Oppositionsparteien sei wie das Vorgehen von Hitler und Mussolini. Der Kommentar ereignete sich vor dem Hintergrund der Ermittlungen von lokalen Staatsanwaltschaften gegen KMT-Mitglieder. Diese werden verdächtigt, Unterschriften auf Abwahlpetitionen gefälscht zu haben.
In einer seltenen Stellungsnahme verurteilte das Deutsche Institut Taipei die Aussage von Eric Chu. Auf Iinstagram und Ffacebook schrieb die deutsche Vertretung, Taiwan heutzutage sei auf keinen Fall mit der Tyrannei des Nationalsozialismus vergleichbar. Sie rief die KMT-Führung auf, von unangebrachten Vergleichen im innenpolitischen Diskurs abzusehen. Der Beitrag wurde von den Vertretungen Frankreichs und den Niederlanden in Taiwan geteilt. Auch die israelische Vertretung in Taiwan verurteilte die Kommentare.
In einem Interview am heutigen Donnerstag sagte Eric Chu, ausländische Regierungen sollten sich nicht in innenpolitische Angelegenheiten anderer Länder einmischen. Sein Vergleich sei im Angesicht der “politischen Verfolgung” der Opposition legitim gewesen.
Chen Ming-chi sagte im Bezug auf diese Äußerung, Deutschland habe sich nicht in die inneren Angelegenheiten Taiwans eingemischt, sondern sich zu seiner eigenen historischen Vergangenheit geäußert.