Taipei – 13. Mai 2025. Präsident Lai Ching-te (賴清德) plädiert für eine „nicht-rote“ Lieferkette, um Chinas „unfairen“ Handelspraktiken entgegenzuwirken.
Lai sagte in einem Interview mit Nikkei Asia, dass das von den USA geführte System der freien Marktwirtschaft Taiwan und anderen Ländern jahrzehntelang Wohlstand und politische Stabilität gebracht habe. China nutze jedoch dieses Freihandelssystem durch Plagiate, Fälschungen, Diebstahl geistigen Eigentums und massive staatliche Subventionen aus, um weltweit billige Waren zu verkaufen.
„Wenn diese Art von unfairem Handel nicht gelöst wird, könnten die stabilen Gesellschaften und der wirtschaftliche Wohlstand, die wir über Jahrzehnte mühsam aufgebaut haben, sowie einige der Werte, die wir verfolgen, zerstört werden“, sagte Lai. „Ich denke daher, dass es sich für uns lohnt, die jüngste Bereitschaft der USA zu beobachten, gegen unfairen Handel vorzugehen und gegebenenfalls Hilfe anzubieten“, sagte er.
Lai sagte, seine Regierung wolle Taiwans Stärken in Produktion und Fertigung nutzen, um demokratische Gesellschaften miteinander zu verbinden und eine „globale nicht-rote Lieferkette für Halbleiter“ aufzubauen, die China ausschließe. "Dies würde den Wohlstand und die Entwicklung in der Welt auch in Zukunft sichern und dafür sorgen, dass der freie Handel weiterhin funktionieren kann, ohne von Dumping betroffen zu sein, das den zukünftigen Wohlstand und die Entwicklung untergraben würde", so Lai.
Der Präsident betonte auch: "Die Situation Taiwans unterscheidet sich von der anderer Länder, weil wir einer direkten Bedrohung durch China ausgesetzt sind. Chinas Bestreben, Taiwan zu annektieren, hat nie nachgelassen." Er sagte, dass Pekings politischer und militärischer Zwang immer stärker werde.