Taipei – 22. Mai 2025. Im Vorfeld der Sommerferien werden in Taiwan Schüleraustausche mit China kontrovers diskutiert. Der Vize-Bildungsminister Chang Liao Wan-chien (張廖萬堅) hat sich heute auf einer Pressekonferenz des Kabinetts dazu geäußert. Er sagte, solange Austausche keinen Bezug zur politische Unterordnung oder Vereinigung Taiwans mit China haben, und im Einklang mit den Vorschriften registriert werden, verbiete das Bildungsministerium keinen Austausch zwischen Schulen über die Taiwanstraße hinweg.
Die taiwanische Festlandkommission hatte zuletzt gesagt, dass die Anwerbung taiwanischer Jugendlicher für die Teilnahme an Austauschprogrammen durch China ein Mittel der “Einheitsfront” sein könnte. “Einheitsfront” bezeichnet eine chinesische politische Strategie, mit vernetzten Gruppen und Individuen die Interessen der Kommunistischen Partei voranzutreiben.
Auch der taiwanische Bildungsminister Cheng Ying-yao (鄭英耀) hat in der Vergangenheit gesagt, dass er Grund- und Sekundarschulen und Universitäten nicht dazu ermutige oder gar verbiete, „bei ihrem Austausch nur an China zu denken“. Er stellte später klar, dass er nicht gegen den Austausch von Schülern mit China sei, sondern sie vielmehr an die Risiken erinnere.
Im Februar hatte Taiwan den Austausch mit sieben chinesischen Universitäten verboten, die unter der Aufsicht des chinesischen Ministeriums für Industrie und Informationstechnik stehen. Auch die Zusammenarbeit mit Universitäten, die der Zentralabteilung Vereinigte Arbeitsfront der Kommunistischen Partei Chinas unterstehen, wurde durch das Bildungsministerium verboten.
Vizeminister Chang Liao sagte heute, die Lage zwischen China und Taiwan sei angespannt und die Festlandkommission habe eine orangene Reisewarnung ausgegeben. Daher warne das Bildungsministerium vor den Risiken, verbiete Schüleraustausche allerdings nicht, solange es sich um einen gesunden und geordneten Austausch handelt.