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Taiwan führt CO₂-Bepreisung ein

  • 23-05-2025
Taiwan führt CO₂-Bepreisung ein
Präsident Lai Ching-te (賴清德) betonte am Donnerstag beim „Forum für grünes Wachstum in Asien“ in Taipei, dass dies nicht nur ein bedeutender Schritt hin zur Klimaneutralität sei, sondern auch ein Signal für eine verstärkte internationale Kooperation im Klimaschutz. (Foto: Präsidialamt)

Taipei – 23. Mai 2025. Taiwan erhebt seit diesem Jahr erstmals eine Abgabe auf CO₂-Emissionen und setzt damit einen neuen klimapolitischen Kurs. Präsident Lai Ching-te (賴清德) betonte am Donnerstag beim „Forum für grünes Wachstum in Asien“ in Taipei, dass dies nicht nur ein bedeutender Schritt hin zur Klimaneutralität sei, sondern auch ein Signal für eine verstärkte internationale Kooperation im Klimaschutz. Im Mittelpunkt stehen drei neue Initiativen, mit denen Regierung, Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam den Wandel zur grünen Wirtschaft gestalten wollen.

Die Umweltbehörde und  die Landesentwicklungskommission haben gemeinsam mit 17 Unternehmen und mehreren Ministerien die „Allianz für grünes Wachstum“ gegründet. Dieses öffentlich-private Netzwerk soll als Plattform für CO₂-Reduktionsmaßnahmen dienen und den Dialog mit internationalen Partnern fördern. Geplant ist auch eine enge Zusammenarbeit mit der japanischen „Green Transformation (GX) Alliance“, einem Bündnis zur Förderung klimafreundlicher Technologien. Beide Länder wollen künftig als strategische Netto-Null-Partner im asiatischen Raum auftreten.

Gleichzeitig wurde der „Taiwan Green Growth Fund“ mit einem Volumen von 10 Milliarden NTD (rund 300 Millionen Euro) offiziell ins Leben gerufen. Die Mittel stammen aus dem nationalen Entwicklungsfonds und sollen gezielt in grüne Schlüsseltechnologien und innovative Branchen investiert werden. Der Staat übernimmt damit eine aktive Rolle beim Aufbau eines nachhaltigen Wirtschaftszweigs und will privates Kapital für zukunftsorientierte Projekte mobilisieren.

Mit der „School of Sustainability“ an der Nationalen Tsing-Hua-Universität (清華大學) entsteht zudem erstmals eine akademische Einrichtung in Taiwan, die Nachhaltigkeit als zentrales Bildungs- und Forschungsfeld etabliert. Die Fakultät soll eng mit Regierung und Industrie kooperieren, um Fachkräfte für den wachsenden „Green Collar“-Sektor auszubilden und die Entwicklung klimapolitischer Strategien wissenschaftlich zu begleiten.

Präsident Lai bezeichnete diese drei Säulen – Kooperation, Kapital, Kompetenz – als Grundpfeiler einer stabilen grünen Wachstumsstrategie. Der Umbau zu einer klimaneutralen Wirtschaft sei kein kurzfristiges Projekt, sondern erfordere langfristige Ausdauer, Überzeugung und Zusammenarbeit. „Taiwan wird sich in der globalen grünen Wirtschaft nicht nur beteiligen, sondern sie aktiv mitgestalten“, so Lai. Mit innovativen Technologien und klaren politischen Rahmenbedingungen wolle das Land zeigen, dass ökologischer Umbau und wirtschaftliches Wachstum kein Widerspruch seien.

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