Taipei, 28. Mai - Die COVID-19-Fälle in Taiwan steigen seit sieben Wochen kontinuierlich an. Laut der taiwanischen Seuchenschutzbehörde (CDC) wurden in der vergangenen Woche über 40.000 Notfall- und Ambulanzbesuche registriert – ein Anstieg von 113 Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Die Behörde schätzt, dass die Infektionszahlen Ende Juni oder Anfang Juli ihren Höhepunkt erreichen könnten, mit bis zu 200.000 Fällen pro Woche.
Die CDC erklärte, dass die aktuelle Welle vor allem durch die neue Virusvariante NB.1.8.1 verursacht wird, die eine hohe Übertragungsrate aufweist. Sie äußert sich vor allem durch plötzlich auftretendes hohes Fieber, Halsschmerzen und extremer Müdigkeit.
Um die Ausbreitung einzudämmen, empfiehlt die CDC das Tragen von Masken in medizinischen Einrichtungen, öffentlichen Verkehrsmitteln und an überfüllten Orten, insbesondere für ältere Menschen und Personen mit chronischen Erkrankungen. Menschen mit Symptomen wie Fieber oder Atemwegserkrankungen sollten zuhause bleiben und mindestens 5 Tage Masken tragen und unnötige Kontakte vermeiden. Die Behörde betonte, dass es keine neuen Maskenpflichten geben werde, sondern lediglich Empfehlungen.
Gleichzeitig klagen viele Bürger über Engpässe bei Schnelltests. Die Nachfrage übersteigt das Angebot, da Hersteller ihre Produktion nach Abklingen der akuten Pandemie reduziert hatten. Gesundheitsminister Chiu Taiyuan (邱泰源) erklärte, dass die Produktion inzwischen wieder hochgefahren wurde. Ab sofort sollen wöchentlich über 600.000 Covid-Schnelltests verfügbar sein und bereits heute wurden 40.000 Tests an Apotheken und Convenient Store-Ketten wie 7-11 ausgeliefert. Die Regierung rief die Bevölkerung dazu auf, keine Panikkäufe zu tätigen, da die Versorgung durch inländische Produktionen in Kürze stabilisiert werde.
Neben Schnelltests sind auch Impfstoffe und Medikamente ausreichend vorhanden.