Taipei – 5. Juni 2025. Der taiwanische Premierminister Cho Jung-tai (卓榮泰) hat sich am heutigen Donnerstag zu der Debatte um die Änderung von Straßennamen im Rahmen der taiwanischen Vergangenheitsaufarbeitung geäußert.
Das Innenministerium hatte zuletzt angekündigt, Straßennamen, die auf den Militärdiktator Chiang Kai-Shek und seinen Sohn Chiang Ching-kuo verweisen, ändern zu wollen. Das hatte zu Widerstand auf lokaler Ebene geführt. Innenministerin Liu Shyh-fang (劉世芳) betonte, man werde aktiv kommunizieren und eine Balance zwischen Vergangenheitsaufarbeitung und prozeduraler Gerechtigkeit finden. Alleine von den nach Chiang Kai-shek benannten Zhongzheng-Straßen (中正路) gibt es in Taiwan 316.
Premierminister Cho sagte, die Änderung von Straßennamen sei zwar ein Teil der Vergangenheitsaufarbeitung, allerdings liege die Verantwortung dabei bei den lokalen Behörden. Die Regierung habe keinen umfassenden Plan, die Straßennamen zu ändern. Er hoffe, dass nicht unnötig über die Änderung von Straßennamen diskutiert werde. Stattdessen gelte es, sich mit ganzer Kraft auf die Erhöhung der Widerstandsfähigkeit im Bereich Wirtschaft, Gesellschaft und nationaler Sicherheit zu konzentrieren.